Wein Spanien
19. März, 2007 von Moderator
Der vollmundige Geschmack spanischer Weine
Spanien zählt zu den weltweit größten Weinlieferanten und die Weine dieses Landes genießen seit jeher einen Ruf von Weltklasse, der zeitweise sogar die französischen Weine in ihrer privilegierten Stellung anfocht.
Weinkenner schätzen vor allem den vollmundigen und starken Charakter des Weines, der mit einem ausgeprägten Aroma glänzt und trotz der Lage in sehr warmen Gefilden nicht zu süß ist. Auf seine ihm eigene Weise hat der Wein etwas recht Trockenes und Hölzernes, obwohl er keineswegs so bittern trocken ist wie manch deutscher oder nordfranzösischer Wein.
Die berühmtesten Weine stammen inzwischen eher aus Nordspanien, wie die Weine aus La Rioja, Navarra und Katalonien, oder aus Zentralspanien, wie La Mancha. Dabei fing der Weinbau in Andalusien an, wo bereits seit über 3 000 Jahren Weinbau betrieben wird. In die Gegend von Jerez sollen Phönizier bereits 1 100 v.Chr. die ersten Reben aus Kanaan gebracht haben und 400 vor Christus florierte der Weinhandel mit anderen Ländern wie Italien offenbar prächtig, laut alten Aufzeichnungen der Römer. Selbst unter der maurischen Herrschaft erlebten Weinbau und -handel eine Blütezeit, obwohl der Islam Alkohol verbietet.
Ab dem ausgehenden 16. Jahrhundert wurde wohl der besondere Wein, der dieser Region entstammt und überall bekannt ist, vertrieben: der Sherry. Nur Weine, die aus dem Städtedreieck Jerez de la Frontera, Sanlúcar de Barrameda und El Puerto de Santa María entstammen und nach dem Solera-Verfahren hergestellt wurden, dürfen sich die Bezeichnung „Sherry“ geben. Bei diesem Verfahren wird zunächst trockener Weißwein aus Trauben der Rebsorte Palomino Fino hergestellt, der nach dem Gärprozess mit Branntwein versetzt, und so auf bis zu 18% Alkoholgehalt gebracht wird.
Dieses Gemisch wird ein Jahr altern gelassen, bevor der Wein verschnitten wird. Das heißt es gibt mehrere Reihen oder Lagerhallen von Fässern, in denen Fässer unterschiedlichen Alters lagern. Der Sherry, der abgefüllt werden soll, wird dabei immer den ältesten Fässern entnommen, deren ältester Inhalt circa 10 Jahre gereift ist. Die entnommene Menge wird aus den nächst jüngeren Fässern entnommen und aufgefüllt, die so etwas leereren zweitältesten Fässer werden wiederum mit dem nächst jüngeren Wein nachgefüllt, und so weiter, bis man an den jüngsten Fässern angekommen ist, wodurch sich die Sherrys verschiedener Jahrgänge vermischen. Dies garantiert einen stets guten Geschmack, auch wenn ein Jahrgang einmal schlechter ausgefallen sein sollte.
In Spanien werden sonst vor allem Rotweine erzeugt, allein im Gebiet von Rioja tragen sie einen Anteil von 85%, die übrigen 25% verteilen sich auf Rosé- und Weißwein. Qualitätsweine mit Prädikat tragen die Bezeichnung DOC in Spanien, Qualitätsweine eines bestimmten Anbaugebietes nur DO für „Denominación de Origen“.
Aus spanischen Weinen werden auch Branntweine hergestellt, die zumeist ebenfalls der Region um Jerez entstammen, wie der Sherry. Der berühmteste und beste, aber auch teuerste Weinbrand Spaniens ist sicherlich „Carlos I.“, beziehungsweise die nachfolgenden Jahrgänge wie „Carlos III.“. Gerne auch im Kaffee getrunken, allerdings dann in einer billigeren Ausführung ist es dieser Alkohol, der den Kaffee dann zum „carajillo“ macht.
2 Kommentare zu “Wein Spanien”
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Ein kleiner Tipp für Sherryliebhaber: In Jerez kann man eine Führung durch Sherry -”Fabrik” machen. Abschließend gibt es eine Sherryprobe, bei der Interressierte alles durchprobieren können. Nur sollten sie bei den meist recht hohen Temperaturen in Jerez aufpassen. Sonst kann der Nachmittag ein schnelles Ende nehmen.
Vielen Dank für die Information. Vorher habe ich gar keine Ahnung, der Wein in Spanien so berühmt und so gut ist. Wenn ich später in Spanien auch eine Reise machen kann, will ich Sherry auf jeden Fall auch einmal probieren.