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Vegetation Mallorca

Die Vegetation Mallorcas und der Balearen

Die balearische Pflanzenwelt zeichnet sich durch eine deutliche regionale Prägung aus. Je nachdem, auf welcher Insel man sich befindet und in welchem Teil der Insel man sich bewegt, findet man erheblich unterschiedliche Landschaftsbilder und dementsprechend natürlich auch deutlich unterschiedliche Vegetationsformen vor.

So werden die Küstenstreifen der meisten Inseln zum Beispiel von den „falschen Pinien“, den sogenannten Strand- oder Aleppokiefern beherrscht, die in diesen Regionen ganz hervorragend gedeihen. Von „falschen Pinien“ spricht man in diesem Zusammenhang vor allem deshalb, weil es landläufig üblich ist, diese Bäume als Pinien zu bezeichnen – was aber in der Tat nicht zutrifft, weil es sich um Kiefern handelt, die nur in ihrem Erscheinungsbild deutliche Unterschiede zu dem aufweisen, was man in unseren Breitengraden von diesen Gewächsen kennt.



 


Aleppokiefern sind wie ihre kontinentalen Verwandten immergrün, erscheinen aber meist weniger dicht und wirken besser an die teilweise erhebliche Trockenheit auf den heißen Balearen angepasst. In den Wäldern, die vorwiegend von diesen Bäumen dominiert werden, findet man ein viel abwechslungsreicheres Vegetationsbild als in nordeuropäischen Kiefernwäldern, weil die Aleppokiefern zwar anpassungsfähig und zäh, dabei aber durch ihre geringere Wuchsdichte weniger dominant sind als ihre kontinentalen Verwandten. So wächst im Unterholz dieser Wälder Baumheide, die im Herbst und Winter rötlich blüht und oft mehr als zwei Meter hoch wird und Mastixsträuchern mit zunächst roten und später schwarzen Beeren. Diese Sträucher drücken auf interessante Weise den besonderen Charakter eines Kiefernwalds auf den Balearen aus, der sich grundlegend von dem unterscheidet, was man sich in unseren Breitengraden unter einem solchen Wald vorstellt.

Zwischen den oft sehr eng wachsenden Aleppokiefern wuchert ein dichtes und lebendiges Unterholz, wie es in Deutschland meistens eher in Mischwäldern zu finden ist – während das gesamte Vegetationsbild natürlich stark durch das milde und um Sommer trockene und heiße Klima bestimmt ist. Interessant ist auch, dass hier Rosmarin, ein niedriger Strauch mit hellblauen oder weißen Blüten, recht häufig zu finden ist. Er fügt sich in das typische Waldbild ein und verleiht den Küstenwäldern einen ganz eigenen Charme. Rosmarinzweige haben Nadeln, die an Tannennadeln erinnern; wenn man diese Nadeln zwischen den Fingern zerreibt, duften sie aromatisch. In Deutschland kennen wir Rosmarin besonders aus der Küche – man kann es nämlich als aromatisches und interessantes Gewürz verwenden. Der Ursprung dieses Gewürzes ist in Deutschland weitaus weniger bekannt als sein Geschmack.

Die echten Schirmpinien, an denen die schmackhaften Pinienkerne wachsen, sind dagegen auf der Insel seltener, als man meinen sollte. Schirmpinien wachsen nur in wenigen Regionen der Insel und dort, wo sie es tun, prägen sie das Landschaftsbild, aber oft auch die regionale Küche eines Gebiets. Im Unterholz dieser an den Küsten verbreiteten Wälder findet man auch wild wachsende Erdbeeren – allerdings haben diese Früchte nicht unbedingt viel mit dem zu tun, was man zu Hause im Supermarkt kaufen kann. Die Früchte sind recht klein und vom Geschmack her vergleichsweise enttäuschend – man darf allerdings gerne kosten, wenn man einen Erdbeerstrauch bei einer Wanderung im Wald entdeckt.



 


Neben dieser typischen Küstenvegetation, die man in dieser Art beinahe überall auf den Balearen findet, gibt natürlich auch im Inland der Inseln einige typische Vegetationsformen. An den Berghängen und auch den Ebenen wächst Schneidgras, das man auch als Pampasgras bezeichnet und das seinen Namen sehr zu recht trägt – greift man zu kräftig in dieses Gras, so kann man sich durchaus den einen oder anderen Schnitt zufügen. Schneidgras hat allerdings auch eine Reihe von Vorzügen, da man sich zur Rast auf größeren Schneidgrasbüscheln wie auf einem gemütlichen Sessel niederlassen kann – hier braucht man nicht zu befürchten, dass man sich an diesen harten Gräsern schneidet. Dieses Gras bedeckt viele Berghänge und wird von Ziegen und Schafen gefressen, die gegen die scharfen Blätter unempfindlich sind. Schneidgras findet man vor allem auf Mallorca, aber auch auf den anderen balearischen Inseln im Inland und an den Hängen der Berge und kleinerer Erhebungen.

Die typische Vegetation der Balearen wird aber auch seit Jahrhunderten durch die Kulturpflanzen der menschlichen Bewohner bestimmt, die nicht immer unbedingt auf natürliche Weise auf die Inseln gekommen sind. Oliven- und Mandelbäume sind spätestens seit der maurischen Zeit vor der ersten Jahrtausendwende wichtige landwirtschaftliche Pflanzen, die mittlerweile auch wild überall auf den Inseln wachsen. Mandelbäume blühen ab Mitte Januar weiß oder rosafarben und bieten so einen erstaunlich schönen Anblick; im Herbst tragen sie Früchte, die von zwei Schalen geschützt sind.

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