Sehenswürdigkeiten von Toledo
Im Herzen der Stadt liegt unschwer zu sehen die Kathedrale, die die Catedral Primada Spaniens, also sozusagen Staatskirche ist.
Ihr Bau dauerte von 1227 bis 1493, dafür ist sie auch direkt nach der Kathedrale von Burgos das bedeutendste Gotische Bauwerk dieser Art, auch wenn für ihren Bau die ursprüngliche Hauptmoschee der Muslime weichen musste und abgerissen wurde. Der Teil der Fassade, der erst einmal alle Blicke auf sich zieht ist der Nordturm mit seinen 90 Metern Höhe und der 17, 5 Tonnen schweren Glocke „Campana gorda“, da dieser Turm besonders hervorragt, nachdem der Südturm unvollendet blieb und man ihm im Barock eine ungeplante Kuppel aufsetzte, um den Bau endlich zu beenden.
Die drei gotischen Portale der Hauptfassade beeindrucken mit ihrem üppigen Relief- und Figurenschmuck, das älteste Portal allerdings liegt an der Nordseite der Kirche, denn es stammt aus dem 13. Jahrhundert im Gegensatz zu den reich geschmückten Hauptportalen aus dem 15. Jahrhundert. Im Inneren der Kathedrale ist zwar der architektonische Aufbau gotisch, doch die Ausstattung ist quer durch die Reihe aus verschiedenen Epochen und Stilen zusammengemischt. So ist die Steinfigur der Virgen Blanca auf dem Altar aus dem 13. Jahrhundert, der Gotik, während die Glasgemälde und der beeindruckende Chor Meisterwerke der Renaissance aus dem 16. Jahrhundert sind. Besonders beachtlich sind die Schnitzwerke des Chors, die im unteren Teil die Eroberung Granadas in Reliefs darstellen, im oberen Teil hingegen biblische Szenen.
Der riesige Retablo in der üppig vergoldeten Capilla Mayor wurde ebenfalls erst im 16. Jahrhundert beendet und stellt Szenen aus dem Neuen Testament mittels lebensgroßer Figuren aus Stein dar; ein beachtliches sakrales Meisterwerk. Hier in der Capilla Mayor sind auch die Gräber von König Alfons VII. und König Sancho II. untergebracht, während sich hinter dieser Hauptkapelle das Grab eines Kardinals in einem Extraraum befindet, der zudem einen schweren Maria geweihten Marmoraltar aus dem 18. Jahrhundert enthält.
Die Kapellen rundherum enthalten allesamt kunstvoll verzierte und geschmückte Gräber, vor allem von Kardinälen. Unbedingt sehen sollte man jedoch die Sakristei und ihre anschließenden Räume aus dem 16. Jahrhundert. Weniger wegen ihrer Raumgestaltung, als viel mehr daher, dass sie inzwischen eine Gemäldegalerie mit berühmten Werken, wie der „Entkleidung Christi“ von El Greco oder der „Gefangennahme Christi“ von Francisco Goya ist.
In der Capilla de San Juan unter dem Nordturm ist der Domschatz untergebracht, dessen Herzstück die wertvolle Custodia von 1524, mit 260 Figuren aus vergoldetem Silber und einem Gewicht von 172 Kilogramm ist. Die Nordseite wird durchzogen vom Claustro, dem Kreuzgang, in dessen Nordostecke die Capilla de San Blas mit einzigartigen florentinischen Gewölbemalereien des frühen 15. Jahrhunderts liegt sowie ein Seitenraum in dem die „Gigentones“, fast 6 Meter hohe Prozessionsfiguren mit Gewändern des 18. Jahrhunderts, aufbewahrt werden.
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