Teneriffa West
5. März, 2008 von Moderator
Ruhig und ursprünglich wie die Ostküste
Genau wie die Ostküste ist die Westküste Teneriffas recht wenig touristisch entwickelt, doch hat es hier andere Gründe.
Das Klima ist mindestens genauso sonnig und mild, wie im Süden der Insel, doch wird das Gebiet besonders im Norden durch das unzugängliche Tenogebirge mit seinen Steilhängen und bis 500 Meter hohen Klippen am Meer touristisch unnutzbar.
Das Tenogebirge zählt wie das Anaga zu den ältesten Formationen der Insel Teneriffa, war jedoch Jahrtausende lang von jeglicher Entwicklung ausgeschlossen, durch die Wasserknappheit und die noch steileren Hänge. Auch heute ist das Gebiet kaum erschlossen, erst 1970 wurde eine asphaltierte Strasse gebaut und noch immer führen nur Trampelpfade zum Wasser. Zum Wandern ist die Gegend weniger geeignet als das Anagagebirge, wegen steileren und zerklüfteten Hängen, das Tenomassiv wird meist nur von geübten Wanderern und professionellen Bergsteigern in Angriff genommen.
Einige kleine alte Dörfer findet man in Höhenlagen ab 600 Metern, wie Abajo, Guia de Isora oder Chio. Es sind einfache kleine Bergdörfer, ohne touristische Unterkünfte und Ambitionen, die ganz nett anzusehen sind, wenn man altkanarisches Flair erleben möchte, aber ansonsten weniger interessant. Lediglich die jüngeren Vulkane in der Nähe, wie der Montaña Negra, der 1706 den Hafen Garachicos begrub, oder der erst 1906 aktiv gewordene Chinyero.
Nur südlich des Tonomassivs, dort wo die Felswand „Acantilado de los Gigantes“ plötzlich und steil ihr Ende findet, hat sich ein kleines touristisches Zentrum, Los Gigantes und Puerto de Santiago entwickelt. Doch nun, da die Küsten des Südens langsam verbaut sind, und mit dem Fortschritt der Technik, wird der Westen sicherlich langsam für den Tourismus erschlossen werden.
Dieses Touristenzentrum um Los Gigantes wurde erst in den 70er Jahren vollkommen neu errichtet, genau wie die Retortensiedlung Playa de la Arena mit ihrem schönen schwarzen Sandstrand. Anders das Fischerdorf Puerto de Santiago, das lediglich umgebaut wurde, damit es Tourismustauglich wird. Diese drei Städte gehen praktisch nahtlos ineinander über und werden vor allem von englischem Publikum gebucht, weshalb hier die Sportprogramme und Ausflüge vorwiegend in englischer Sprache durchgeführt werden.
Los Gigantes liegt zur Küste hin abfallenden, weswegen Besucher durchaus einige Kondition benötigen, um vom Strand wieder nach Hause zu kommen. Dafür versprüht die Stadt trotz der ausschließlich touristischen Erbauung doch einiges an Charme mit den netten Villen, Apartmentanlagen und Hotels, die alle gut begrünt und schön imstand gehalten sind.
Neben dem kleinen schwarzen Sandstrand kann man das Meerwasserschwimmbad „El Laguillo“ nutzen, oder den „Club Oasis“ mit Liegewiesen, Tennisplatz, Bar und Café. Zwischen Los Gigantes und Puerto liegt zudem „Crab Island“, ein brandungsgeschütztes Meerwasserschwimmbecken, das zu einer noblen Villensiedlung gehört. Der schwarze und feinkörnige Lavasandstrand des Playa de la Arena ist das nächste Anlaufziel zum Baden, auch wenn er mit Hotelanlagen nur so voll gestellt ist.
Atemberaubend schön sind die Touristenstädte nicht gerade, auch Sehenswürdigkeiten bieten sie nicht, dafür ist der Hafen dieses Ballungszentrums bei Puerto de Santiago der beste Ort der Insel für Ausflüge mit dem Schiff jedweder Art. Ob zur Delfin- und Walbesichtigung, einem privaten Yachtausflug, oder einer Überfahrt nach La Gomera, alles ist buchbar und durchführbar.
In die Bergdörfer lohnt sich ein Ausflug nur für begeisterte Wanderer, besonders zu empfehlen ist hierunter Masca, das wohl schönste Bergdorf Teneriffas. Schon auf der Anfahrt kann man wunderbare Naturlandschaften begutachten, und die Flora ist hier ebenfalls sehr besonders. Das Dorf selbst vermittelt ein unglaublich liebliches Flair in der rauen Gebirgslandschaft, und ist zum Wandern ein idealer Ausgangspunkt.
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