Teneriffa Vegetation

Die artenreiche Pflanzenwelt und einer ihrer Vertreter: der Drachenbaum

Die Inselwelt der Kanaren mit ihrem Artenreichtum an Pflanzen gab lange Zeit Rätsel auf, denn wie kamen die Pflanzen und Landtiere auf eine Insel, die sich aus dem Meer erhob, und nie durch eine Landbrücke mit Kontinenten verbunden war.


Die Pflanzen kamen teilweise durch Verbreitung mit dem Wind vom nahen Afrika, teils durch Samen im Kot oder Gefieder von Vögeln, einige sind jedoch echte Urzeitpflanzen. Die Samen müssen mehrere Jahrtausende im Meeresboden eingeschlossen überlebt haben, bevor sie durch Hebungen des Meersbodens bei der Entstehung der Kanaren wieder an Land kamen. Zu solchen Urzeitgiganten zählen zum Beispiel der berühmte kanarische Drachenbaum, die kanarische Kiefer und die Lorbeerwälder, die man auf der Insel findet.

Von den 1 270 natürlich heimischen Arten der Insel kommen 660 ausschließlich auf den kanarischen Inseln vor, davon wiederum 140 nur auf Teneriffa. Die meisten dieser Pflanzen, die man als besondere Exoten zu sehen hofft, sind für das ungeschulte Auge allerdings kaum als etwas Besonderes zu erkennen. Die kanarische Palme und die kanarische Kiefer werden für Nichtbiologen kaum als eine besondere Art betrachtete werden, sehen sie doch fast identische aus wie ihre Artgenossen.

Doch der Drachenbaum, Drago genannt und der Rote Teide-Natterkopf sorgen immer wieder für begeisterte Betrachter. Überhaupt wird man die meisten endemischen, das heißt nur hier vorkommenden Pflanzenarten, vorwiegend im Teide-Nationalpark und an den Hängen des Gebirges finden. Wie etwa das Teideveilchen, die Tabeiba und Unterarten des Aeonium, einem rosettenförmigen Dickblattgewächs.

Das pflanzliche Wahrzeichen der kanarischen Inseln ist jedoch ungefragt der Drago, der eigentlich gar kein Baum ist, sondern ein Liliengewächs. Daher sind seine Äste auch Hohl, und ihre Besonderheit, dass sie an Bruchstellen mit gleich zwei neuen Verzweigungen nachwachsen brachte dem Drachenbaum seinen Namen ein. Denn in alten Sagen wachsen nicht nur der Hydra für jeden abgeschlagenen Kopf zwei neue nach, sondern auch den Drachen.

Noch etwas macht Drachenbäume so faszinierend, nämlich ihr Saft. Dieser färbt sich and der Luft blutrot, was viele Mythen um den Drago entstehen ließ. Die Ureinwohner der Inseln, die Guanchen, verehrten den Baum wie einen Heiligen und balsamierten mit seinem „Blut“ ihre Mumien ein, verwendeten es aber auch als rote Farbe.

Der berühmteste Drago steht auf Teneriffa bei Icod, der Drago Milenario, der auf ein Alter von 1000 Jahren geschätzt wird.

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