Teneriffa Süden
20. Januar, 2008 von Moderator
Das Touristische Zentrum Teneriffas
Besonders zutreffend ist die Beschreibung der Inseln des ewigen Frühlings für den Süden Teneriffas sicherlich nicht, denn auf dem Brachland wachsen allenfalls Dornlattich, Wolfsmilchgewächse und Kakteen, sowie Palmen an den Küsten.
Dafür hat man hier die Sonnengarantie, denn mit 3 200 Sonnenstunden im Jahr hat der Süden gleich doppelt so viele Sonnentage, wie Beispielsweise Puerto im Inselnorden.
All die Jahrhunderte war der Süden als Malpais; unbrauchbares Land, das unfruchtbar war und überdies nicht zu bewässern, wegen des porösen Tuffsteins; kaum besiedelt, wenig genutzt und extrem gemieden gewesen. Nur die Guanchen ließen sich hier einst nieder, da die Fischerei an den flachen Küsten einfacher war, als an den steilen Kliffs im Norden. Heute wird dem Süden sein jahrhunderte langes Unglück mit zu viel Sonne, Dürre und kaum bewachsenem Land zur Goldgrube, denn das brach liegende Ackerland konnte einfach und schnell bebaut werden, riesige Touristenstädte konnten entstehen und dank der flach abfallenden Küste ist es das ideale Badeziel. Gute drei viertel der Besucher Teneriffas verbringen ihren Urlaub im Süden, hauptsächlich für Badeferien.
Die Städte sind allerdings nichts Besonderes und eher unschön anzusehen, da sie komplett zugebaut sind mit Hotels, Bars, Diskotheken und was der Strandurlauber sonst noch so braucht und erwartet. Das riesige Ballungszentrum, das Los Christianos, Las Américas und die Costa Adeje bilden wurde sogar nur für Touristen gebaut, vor den 1970er Jahren gab es hier überhaupt keine Städte. Nur Los Christianos war ein kleines Dorf, dessen alter Kern heute Fußgängerzone mit Einkaufsmöglichkeiten ist.
Missen wird man hier sicher nichts, zumindest wenn man einfachen Badeurlaub geplant hat, für das leibliche und seelische Wohl ist bestens gesorgt, aber Sehenswürdigkeiten sucht man eigentlich vergebens. Schön sind natürlich die Plätze innerhalb der Stadt, aber ohne besondere Geschichte, genau wie die neuen Villenviertel und Nobelhotels, die man sich durchaus einmal ansehen kann.
Die kleinen Ortschaften und Gemeindehauptstädte Adeje und Arona sind zwar die Zentralen von denen aus der Tourismus an den Küsten des Südens mehr oder weniger geregelt wird, doch sind sie an und für sich nicht wirklich eigenständige Sehenswürdigkeiten. Man findet zwar nette Strassen und Restaurants, in Adeje auch eine alte Kirche mit Mudeja-Decke, aber wirklich einen Ausflug dorthin lohnen sie nur bedingt.
Die Südspitze Teneriffas wird von der Costa del Silencio gebildet, die jedoch ihrem eigenen Namen zum Trotz alles andere als ruhig ist. In direkter Nähe und Hörweite liegen die Einflugschneisen des Flughafens, die Südautobahn führt hier direkt vorbei und durch den starken Wind ist auch das Wasser keineswegs ruhig. Der Tourismus ist hier nicht so stark ausgeprägt, da dieser Bereich zuerst dazu genutzt wurde den Angestellten des Touristenmekkas Los Christianos/ Las Américas ein Zuhause zu bieten. Doch seit Anfang der 1970er Jahre steht hier die Feriensiedlung „TenBel“, mit Ferienwohnungen, Villen, Restaurants, Resorts, Golfanlagen und Clubhäusern, die doch noch so einige Touristen herlockt.
Einzig weiter erwähnenswertes Ziel ist El Médano, das Surferparadies, das unter normalen, nicht-surfenden Pauschaltouristen aber kaum eine Rolle spielt, da der Wind hier zu heftig bläst, um angenehm baden zu können. Dafür kommt die steife Brise den Windsurfern natürlich gerade recht, und im Winter gibt es in Europa keine bessere Alternative. Angenehm ruhig und klein ist dieser Ort, nur ein paar größere Hotels, Restaurants und Strandbars, die meisten Surfer kommen ohnehin mit Campingausrüstung. El Médano ist das sportliche und jugendliche Zentrum des Südens, in dem sich Funsportler treffen, die abends gern auch einmal einen drauf machen.
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