Teneriffa Ost
20. Januar, 2008 von Moderator
Die ursprüngliche unentdeckte Ostküste
Die Ostküste der Insel erstreckt sich entlang der Küstenzone von kurz vor El Médano, bis nach Santa Cruz, und im Inland in etwa von Vilaflor im Süden, bis La Esperanza im Norden.
Diese Küste durch die die Autopista del Sur führt, ist touristisch kaum erschlossen, was daran liegen mag, dass es hier kaum Badebuchten gibt, die wirklich lohnenswert sind, und genauso wenig besondere Attraktionen in der Umgebung liegen.
Zwar wird fast jede zweite Bucht auf Landkarten als „Playa“ angegeben, doch besonders ansehnlich und vor allem mehr oder minder sicher sind nur einige wenige davon. So etwa bei Los Abades, dort findet man einen relativ windgeschützten Sandstrand vor, oder bei Poris de Abona den Playa Grande, der leider oft durch Treibgut verschmutzt wird. Bei Puerto de Guimar kommt man nur über eine Leiter an den kleinen Strand, dafür bietet der schwarze Lavasandstrand von Candelaria genügend Platz, auch wenn er mitunter sehr starken Wellengang verzeichnet. An der Calle Piscina bei Candelaria findet man überdies ein modern und attraktiv gestaltetes Meerwasserschwimmbad, mit Sanitären Anlagen und Restaurant.
An Ortschaften und besonders hervorstechenden Landschaften gibt es wie bereits erwähnt wenig zu sehen, nur beim verschlafenen Nest Las Vegas, dem etwas größeren Ort Guimar und Candelaria lohnt sich eventuell ein Stopp, wer vor hat auf die Cañadas zu fahren, der kann dies von Arafo aus. Wer sich für erneuerbare Energien interessiert, kann bei der Autopista del Sur bereits den Montaña Pelada, den Windpark sehen. Bei den Windkraftwerken gibt es einen Lehrpfad über regenerative Energien und die Technologie der Windkraftanlagen zu entdecken.
Beim kleinen Ort Las Vegas ist ein Abstecher recht interessant, da sich hier mehrere Vegetationszonen der Insel vermischen, so dass Laubbäume, typische Mittelmeer-Obstbäume wie Orangen-, Mandel- und Apfelbäume direkt neben Kakteen der Trockenzonen, Kiefern der Wälder im höheren Gebirge und Palmen stehen. Außer dem tollen Ausblick aufs Meer gibt es sonst hier nichts zu sehen, nicht einmal Läden findet man, lediglich eine Kirchenglocke, die an der großen Kiefer am Dorfplatz hängt. Ohne Kirchturm wird man eben erfinderisch.
Nach Guimar kommen Besucher hauptsächlich der Stufenpyramiden im Valle de Guimar wegen, zwar ist die Gemeinde eine der ältesten der Insel, aber besitzt wenig Charme und alten kanarischen Flair. Die Pyramiden wurden erst 1993 als solche entdeckt, da man sie immer für aufgehäufte Steine gehalten hatte, die Bauern von ihren Feldern aufgelesen und dort abgelagert hatten. Doch der Forscher Thor Heyerdahl empfand die Form der Hügel zu regelmäßig.
Bei der Freilegung der mit Erde und Schlamm bedeckten Haufen entdeckte man schließlich die Pyramiden die mit ihrem rechteckigen Grundriss bis zu 50 auf 16 Meter breit und hoch sind. Man fand auch Treppen an den Stufenpyramiden, deren Ausrichtung so ist, dass man dem Sonnenaufgang entgegen steigt. Die Anlage im gesamten erinnert dadurch an Tempelanlagen von Inkas und Buddhisten, die dort religiöse Rituale zelebrierten, weshalb Heyerdahl die Theorie entwickelte, dass vorgeschichtliche Kulturen alle untereinander Kontakt hatten. Im „Parque Etnográphico Pirámides de Guimar“ erfährt man mehr über Theorien und Bauweise, man kann per Kassettenrecorder in 8 Sprachen individuelle Führungen durchlaufen.
Candelaria, auch Villa Mariana genannt lohnt einen Besuch vor allem wegen der Mencey-Statuen, die hier ihren Platz fanden. In den 1990er Jahren wurden die Bronze Figuren auf der Plaza de la Patrona aufgestellt, die an die Eroberung Teneriffas durch die Spanier erinnern, als alle Menceys, die Könige der Inselreiche zur Gemeinschaftstaufe gezwungen wurden. Die ursprünglichen Mencey-Statuen wurden bereits von Guanchen hergestellt, und können heute noch entlang der Mencey-Allee parallel zum Meer gesehen werden.
Überdies ist Candelaria das Mekka Teneriffas, zu dem jährlich tausende Einwohner der Insel pilgern, denn in der BasÃlica de Nuestra Señora de Candelaria steht die „Schwarze Madonna“, die Schutzheilige des ganzen kanarischen Inselarchipels. Gefunden wurde diese Madonna bereits 1390 von Guanchen, dort wo auch die Pyramiden von Guimar stehen, und sie brachten sie in einer Höhle am Wasser unter. Dort steht heute eine Kapelle, in der „Cueva de San Blas“, die Madonnastatue allerdings wurde nach ihrer Heiligsprechung durch die Christen in die Basilika verlagert, die seither die Wallfahrtskirche der Insel ist.
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