Geschichte der Kanaren

Die Besiedelung Teneriffas und wie die Kanaren zu ihrem Namen kamen

Zwar sind die kanarischen Inseln bereits vor mehreren Millionen Jahren entstanden, doch blieben sie im Vergleich zu den Kontinenten lange Zeit menschenfrei.


Erstmals entdeckt wurden die Inseln wohl durch Phönizische Seefahrer, die um 1200 v.Chr. auf einer ihrer vielen Entdeckungsreisen hier vorbeikamen. Die Besiedelung setzte jedoch wohl erst gegen 900 vor Christus ein, als Berberstämme von Nordafrika aus zu den Inseln gelangten.

Durch sie entwickelte sich hier die steinzeitliche Kultur der Guanchen, die als groß, blond und blauäugig, jedoch mit dunkler Haut beschrieben werden. Der Name Guanche bedeutet „Mensch von Teneriffa“, und ist aus den Worten „guan“ und „chinech“ zusammengesetzt. Ihre Kultur verharrte lange Zeit auf dem Niveau einer einfachen Steinzeitkultur, sie kannten weder das Rad, noch einen Pflug oder Hohlkörper für den Bau von Schiffen. Selbst als die Spanier im 16. Jahrhundert eintrafen, lebten die Guanchen noch in einfachen Lavasteinhöhlen, die sie wie die Steinzeitmenschen mit eingeritzten und aufgemalten Bildchen verzierten.

Ihre gesamte Lebensweise, wie sie Keramikgefäße kneteten, Verzierungen hineinritzten und mit Schafen und Ziegen lebten, die ihnen Milch und Fleisch lieferten, erinnert an die frühen Völker aus der Sahara. Vor allem aber das Leben in Höhlen, sowie der Getreidebrei „Gofio“, der aus gerösteter und grob gemahlener Gerste oder Weizen bestand, die dann in Wasser eingeweicht wurden. Zur Not ernährten sich die Guanchen auch von Hundefleisch, denn große Hunde waren bereits vor ihrer Ankunft auf Teneriffa verbreitet gewesen. Wie die Hunde auf die Kanaren kamen ist den Forschern zwar ein Rätsel, doch gaben sie den Inseln ihren Namen - „canis“ ist das lateinische Wort für Hund, das wohl zum Namen der Islas Canarias führte.

Zwar wurden die Kanaren bereits in Berichten von Homer und Platon indirekt erwähnt, doch dauerte es noch bis ins Jahr 50 nach Christus, bis der Römer Plinius erstmals die Islas Canarias erwähnt, von denen der mauretanische König Juba große Hunde mitgebracht haben soll. Plinius erwähnt zudem als erster die einzelnen Inseln der Kanaren, beispielsweise Teneriffa, das er wegen des schneebedeckten Teide „Ninguaria“ taufte.

Doch nach dieser Entdeckung der „glücklichen Inseln“, wie sie bereits damals dank ihres ewig frühlingshaften Klimas genannt wurden, gerieten sie für lange Zeit in Vergessenheit. Durch das ptolemäische Weltbild, das im Mittelalter verbreitet war, und die Welt als eine Scheibe verstand, von deren Rand man fallen könne, war die Angst zu groß in neue unbekannte Gefilde vorzustoßen.

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