Teneriffa Garachico

Die ehemalige Handelsmetropole vom Lavastrom begraben und neu errichtet

1496 wurde die Stadt vom Genueser Bankier Christóbal de Ponte gegründet, der zu den Finanziers von de Lugos Feldzug gehört hatte, und nun im Gegenzug Land und Handelsrechte bekam. Hier wurde Zuckerrohr angepflanzt, zu dem sich der vorzügliche Wein aus Icod gesellte, und schon hatte Garachico die beiden perfekten Exportschlager, um Handel mit England, Holland und Nordamerika zu treiben.

Die Genueser Kaufleute wollten ihren hohen Wohnstandard auch auf Teneriffa beibehalten, nur bauten sie ihre Villen anstatt aus Marmor aus Materialien, die auf der Insel vorhanden waren. So entstanden prachtvolle Residenzen aus Vulkangestein und Kiefernholz, mit prunkvoller Innenausstattung, die eigens aus Europa angeliefert wurde.

Trotz des enormen Wohlstandes hatte die Stadt oftmals zu Leiden: erst wurde sie von der Beulenpest heimgesucht, danach zerstörte 1645 eine Flut die ganzen Häuser, 4 Jahre später fielen Heuschrecken zu Tausenden ein und machten die Ernte zunichte, Brände wüteten des Öfteren und machten viele Häuser platt, und schließlich der verheerende Ausbruch des Vulkans Montaña Negra. Die Verschüttung des Hafens war der Niedergang für die Handelsmetropole, zu der kam, dass sich Weinanbau und Zuckerrohranbau in Südamerika als lukrativer erwiesen hatten.


 



Die Überreste des Hafens kann man besichtigen, ansonsten wendet man sich eher der Innenstadt zu, wo die Plaza de Juán Gonzalez de la Torre mit schönen altkanarischen Häusern zum rasten einlädt. Von hier aus gelangt man auch zur Iglesia de Santa Ana, die ursprünglich 1520 erbaut wurde, aber bis auf den Renaissancetorbogen völlig beim Vulkanausbruch zerstört wurde. Im 18. Jahrhundert wurde sie auch wieder aufgebaut, und der Innenraum mit wunderschönen Mudejar-Decken und einem Barock-Tablo ausgestattet. Der Altar ist zwar klassizistisch, doch die Jesusstatue am Kreuz stammt noch aus dem 17. Jahrhundert, vor der Zerstörung der Kirche.

An der weitläufigen Plaza de Libertad findet man nicht nur ein Denkmal zu Ehren Simon Bolivars, der Bolivien befreite, sondern auch einige klassische Bauten. Wie das wohl schönste Herrenhaus, das Casa de los Condes de la Gomera 1666 erbaut, wurde auch dieses Haus 1706 zerstört und im klassizistischen Stil aus grauen Vulkansteinen wieder aufgebaut. Auch das ehemalige Franziskanerkloster findet man hier, das bereits 1524 gebaut wurde und vom Vulkanausbruch verschont blieb. Die Fassade der Klosterkirche musste dennoch einer klassizistischen weichen, als nach 1706 fast alle Gebäude erneuert werden mussten. Der Glockenturm besteht aus schwarzem Basalt, und sticht dadurch optisch sofort ins Auge, mit seinem fein gearbeiteten hölzernen Balkon.

Die Casa de la Cultura beherbergen unter anderem ein Naturkundemuseum, eine Bibliothek, sowie eine Galerie. Direkt nebenan findet man das Casa de los Marqueses de la Quinta Roja, ein altkanarisches Herrenhaus, das zwar durch den Lavastrom ebenfalls zerstört, aber originalgetreu wieder aufgebaut wurde. Heute ist das Gebäude ein Hotel und kann nur von außen gesehen werden.

Ein weiteres Kloster findet sich etwas erhöht oberhalb von Garachico, es war das Dominikanerkloster, das dank der Lage nicht zerstört wurde. Heute findet man darin ein Altenheim mit Krankenhaus, sowie ein Museum für zeitgenössische Kunst. Von hier hat man einen guten Blick über die Stadt zum gara chico, und auch zum Castell San Miguel, das 1575 aus schwarzem Lavastein an der Küste errichtet wurde, um Handelsschiffe vor Piratenüberfällen zu schützen.

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