Stierkampf Spanien :: Kinder in Gefahr
4. Juni, 2007 von Moderator
Blutiges Spektakel fordert fast ein Kinderleben
Ein Mann, eine Arena, ein Stier und eine tobende Masse. Das alles macht den Stierkampf in Spanien aus.
Er ist mindestens genauso bekannt und auch berühmt berüchtigt, wie der Flamenco oder der spanische Wein. Für den Stierkampf benötigt es eine besondere Art Stier, die so nur in Spanien überlebt hat. Der sogenannte Toro Bravo ist ein Kampfstier und gehört zu einer uralten Rinderrasse. Seine Vorfahren existierten früher auf der ganzen Welt.
Aus diesem Grund wurde er auch in vielen Kulturen verehrt und sogar in der Bibel ist von Stieropfern die Rede. Bereits die Iberer opferten in ihren ringförmig angelegten Tempeln den Stier. Aber erst der Einfluss der Griechen und Römer machte aus der Opfergabe ein Spektakel für die breite Masse. Ursprünglich kämpfte man zu Pferde mit dem Stier, aber als auch die ärmere Bevölkerung sich daran beteiligte, wurde der Kampf zu Fuß ausgetragen.
Die Anhänger dieses Kampfes, bei dem der Stier getötet werden soll, empfinden diesen eher als Tanz, denn als Sport. Es gelten bestimmte Regeln und es gibt sogar festgeschriebene Figuren, die der Torero ausführen muss. Der gesamte Stierkampf ist aber mehr, als nur der Tanz zwischen Mensch und Tier. Bevor der Torrero nur mit einem roten Tuch die Arena betritt, wurde der Stier durch geziehlte Angriffe auf seinen Rücken bereits geschwächt. Trotzdem kann es immer wieder passieren, dass die Torreros sich dabei lebensgefährlich verletzen.
Laut Gesetz dürfen in Spanien Torreros erst im Alter von 16 Jahren in die Arena steigen. Wie jedoch der erneute Fall des erst 14 jährigen Jairo Miguel beweist, nimmt man es damit nicht so genau. Da es Mexico keine Altersbeschränkung für Torreros gibt, konnte der junge Jairo in der Arena der mexikanischen Stadt Aguascalientes auftreten.
Der Stier verletzte den Jungen so schwer, dass dieser nur knapp überlebte. Die Hörner bohrten sich durch seinen Brustkorb, brachen ihm mehrere Rippen und schrammten knapp an seinem Herzen vorbei. Auch die Lunge von Jairo Miguel wurde dabei verletzt. Seinem Vater soll er gesagt haben, dass er sterben würde. Trotz dieses Vorfalls, war der Vater des jungen Torreros nicht sonderlich beeindruckt. Antonio Sanchez war selbst in den 70er Jahren ein berühmter Stierkämpfer und versucht sich jetzt als Manager seines Sohnes.
Dieser Vorfall würde sicherlich keine erneute Debatte um den Stierkampf auslösen, wenn es sich dabei um einen erwachsenen Stierkämpfer gehandelt hätte, denn Verletzungen gehören zum Geschäft mit dem Kampf dazu. Viele Eltern, wie auch Antonio Sanchez, vertreten die Meinung, dass die Kinder umso besser werden, je früher sie mit dem Stierkampf anfangen. Wie es eben auch bei bei anderen Sportarten wie z.B. Tennis oder Fußball der Fall ist.
Beispiele wie Julian Lopez, besser bekannt als “El Juli”, der bereits im Alter von 16 Jahren ein gefeierter Star war und heute mit 24 einer der größter Vertreter seiner Branche ist, geben den Eltern recht. Der ehemalige Stierkämpfer Juan Antonio Ruiz gibt in seinem Roman aber zu, dass er nicht möchte, dass sein eigener Sohn seine Kindheit für die Arena eintauscht. Er hätte Angst, sein Kind könne in der Arena sterben.
4 Kommentare zu “Stierkampf Spanien :: Kinder in Gefahr”
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In Spanien gelten Torreros als Helden. Sie werden gefeiert, umjubelt und verehrt. Es ist daher kein Wunder, dass Kinder ihren Idolen nacheifern wollen. Ich finde jedoch, dass es ein Mindestalter für Torreros geben sollte, denn ich glaube nicht, dass die Jungen die Gefahr einschätzen können. Außerdem gibt es auch in Spanien Gesetze wie in Deutschland, ab wann ein Jugendlicher Alkohol trinken darf oder Zigaretten rauchen darf, also warum auch nicht ab wann er es mit einem Stier aufnehmen darf???
Ich finde es überflüssig, dass immer wieder die gleichen Diskussionen über den Stierkampf aufkommen. Natürlich ist es nicht schön mit anzusehen, wie die Torreros die Stiere töten, doch sollte man akzeptieren, dass dies ein Teil der spanischen Kultur ist.
Die Torreros wissen genau, auf was sie sich einlassen, und die Zuschauer, die zu den Stierkämpfen gehen, wissen auch, was sie dort zu sehen bekommen und das vielleicht auch mal etwas schief gehen kann.
Allerdings finde ich es doch durchaus bedenklich, dass es bereits 14- jährige Kinder mit den Stieren aufnehmen. Dass Erwachsene wissen auf was sie sich beim Stierkampf einlassen, davon bin ich überzeugt, doch bei Kindern, da bin ich mir diesbezüglich nicht so sicher.
In diesem Fall befürworte ich die Diskussion um den Stierkampf und spreche mich auch ganz klar gegen Kinder beim Stierkampf aus, Kultur hin oder her.
Ich finde nicht, dass der Artikel zu Diskussionen über den Stierkampf anregt. Der Stierkampf an sich wird hier nicht verurteilt oder schlecht gemacht. Vielmehr weist man auf den traditionellen Hintergrund des Geschehens hin, welcher mir in der Form auch noch nicht bekannt war.
Sie haben aber natürlich recht, der Stierkampf ist Teil der spanischen Kultur und auch wenn es schwere Tiermisshandlung ist, welche für mich persönlich nicht nachvollziehbar ist, muss man den Stierkampf doch als Teil der Kultur akzeptieren und kann ihn nicht verbieten. Wenn Eltern ihre Kinder eben schon mit 14 Jahren in die Arena schicken finde ich es nicht schlimmer als mit 16 Jahren, denn sie sind so oder so noch nicht in der Lage das Risiko einzuschätzen und haben ihr ganzes Leben noch vor sich. Aber auch das müssen wir akzeptieren.
Abschließend möchte ich zu einem Satz von Ihnen noch etwas hinzufügen: Die Torreros wissen was sie tun und machen es vollkommen freiwillig- die armen Stiere aber nicht!
Ich finde nicht, dass der Artikel zu Diskussionen über den Stierkampf anregt. Der Stierkampf an sich wird hier nicht verurteilt oder schlecht gemacht. Vielmehr weist man auf den traditionellen Hintergrund des Geschehens hin, welcher mir in der Form auch noch nicht bekannt war.
Sie haben aber natürlich recht, der Stierkampf ist Teil der spanischen Kultur und auch wenn es schwere Tiermisshandlung ist, welche für mich persönlich nicht nachvollziehbar ist, muss man den Stierkampf doch als Teil der Kultur akzeptieren und kann ihn nicht verbieten. Wenn Eltern ihre Kinder eben schon mit 14 Jahren in die Arena schicken finde ich es nicht schlimmer als mit 16 Jahren, denn sie sind so oder so noch nicht in der Lage das Risiko einzuschätzen und haben ihr ganzes Leben noch vor sich. Aber auch das müssen wir akzeptieren.
Abschließend möchte ich zu einem Satz von Ihnen noch etwas hinzufügen: Die Torreros wissen was sie tun und machen es vollkommen freiwillig- die armen Stiere aber nicht!
Ja find ich auch