Solarstrom kann 2010 genauso günstig sein wie Braunkohlestrom

Laut dem Studienautor Michael Rogol haben sich die Preise für Solarstrom im Jahr 2004 von den Kosten abgekoppelt. Durch eine weiterhin hohe Nachfrage könnte dies auch noch mehrere Jahre so bleiben.


Vergleicht man die Preissituation bei der Solarstromproduktion von 2006 aus einer üblichen vier-Kilowatt-Dachanlage in Süddeutschland zu 24 Cent pro kWh (Spanien: 15 Cent, Kalifornien: 18 Cent), lassen sich bis heute teils erhebliche Verbilligungen feststellen. Das wird in näherer Zukunft dazu führen, dass Solarstrom bis 2010 genauso viel kosten wie Strom, der aus Braunkohle gewonnen wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen möglichen Neubau von Kohlekraftwerken würde somit dramatisch reduziert.

So soll Sonnenstrom in Süddeutschland für 15 Cent und in Spanien sogar für bis zu 8 Cent pro Kilowattstunde von Branchenführern produziert werden können. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der international tätigen Solar-Beratungsgesellschaft Photon Consulting, die im Rahmen der Photovoltaic Technology Show 2007 präsentiert wurde. Für die Untersuchungen wurden ausschließlich Solarkonzerne berücksichtigt, die die gesamte Produktionskette von der Silizium-, Zell- und Modulproduktion bis hin zum Betrieb eines Solarkraftwerks selbst stämmten.

Die Kosten für Herstellung und Installation der Anlage lagen bei 2.880 Euro je Kilowatt, bei besonders effizienten Produzenten betrugen diese sogar nur 2.400 Euro. Mit dieser sich weiter fortsetzenden Entwicklung könnte die Solarbranche ihren Ruf, eine besonders teure Energiequelle zu sein, bald abgeben. Schüßler weist darauf hin, dass für die Wettbewerbsfähigkeit nicht primär die Verkaufspreise der Anlagen, als vielmehr deren Herstellungs- und Installationskosten eine tragende Rolle spielen. Fallen Erstere unter die des Kohlestroms, wird auch das Geschäft für Stromproduzenten lukrativer, in die Produktion und den Betrieb von Solaranlagen einzusteigen.

“Wird der Fokus auf die Kosten gelegt, geben Photovoltaikkonzerne diese nicht automatisch an ihre Kunden weiter, sondern maximieren ihre Gewinne in den nächsten Jahren”, verdeutlicht Bernd Schüßler, Sprecher des Solar Verlags, im Gespräch mit pressetext. Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Kostenersparnisse für Solarstrom an die Verbraucher weitergegeben werden.

Unter Kostenaspekten betrachtet, könnte Solarstrom 2010 in rund 50 Prozent der OECD-Länder unter dem dortigen Preis für herkömmlichen Strom liegen. Dies entspräche einem Marktvolumen von rund 1.500 Gigawatt. “Daher sind wir fest davon überzeugt, dass der Solarstrom bei der weltweiten Stromversorgung weitaus mehr dazu beitragen kann, als bislang. Der bereits jetzt schon stattfindende Ausbau von großen Solarparks ist hierbei als zukunftsweisendes Signal zu bewerten”, so Schüßler abschließend. (Quelle: pte. 04.04.2007)

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