Spanien im Mittelalter

Kreuzzüge auf Mallorca
Der über mehrere Jahrhunderte während Konflikt zwischen den Arabern und den westlichen europäischen Völkern, die sich diesem Feind gegenüber durch ihren Glauben vereint sahen, brodelte und wurde stärker, bis es schließlich zu den berüchtigten Kreuzzügen kam.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich Mallorca noch recht fest in arabischer Hand, und auch wenn die Insel rein geographisch natürlich nur eine begrenzte Basis bot, brachte sie dennoch für die Streitkräfte auf dem Festland einige Gefahren mit sich.

Daher erschien König Jaume I. wegen der nach wie vor imminenten Bedrohung der Küsten und seiner Handelsschiffe durch von Mallorca aus operierende arabische Piraten eine Invasion der Balearen geboten, bei der vor allem Mallorca große Aufmerksamkeit unter den Angreifen genoss. Frühere Versuche waren mehrfach fehlgeschlagen, und so war sich der König des nun erstarkenden Königreichs in Spanien bewusst, dass er wahrscheinlich Unterstützung brauchen würde, um bei dieser Aufgabe Erfolg zu haben.


 



Daher ließ er den im Jahre 1229 erfolgenden Angriff auf Mallorca kurzerhand als Kreuzzug deklarieren, ein Schritt, der ihm militärische Unterstützung aus vielen anderen christlichen Ländern einbrachte. Jaume I. stach unter Beteiligung dreier Erzbischöfe und ihrer Truppen im September 1229 mit 150 Schiffen und einer Streitmacht von 13.000 Mann in See, um diese Basis für die Piraterie nicht nur auszuheben, sondern auch seinem erstarkenden Reich einzuverleiben.

Die Flotte landete zunächst unbehelligt in der Bucht von Santa Ponça, und schon bald darauf kam es zu den ersten kämpfen an Land. Die Kräfte der Araber, die man der Eroberungsflotte entgegen sandte, wurden geschlagen, und es folgte die dreimonatige Belagerung Palmas. Zu diesem Zeitpunkt nannte man die Stadt auf arabisch Medina Mayurca, und sie war der Sitz des Emirs von Mallorca. Die Belagerung war aufwändig und blutig, aber schließlich erfolgreich, und so konnte Jaume am Silvestertag 1229 die Kapitulation des Emirs in der Almudaina entgegennehmen.

Es zeigte sich, dass man nicht umsonst von einem Kreuzzug gesprochen hatte - während der darauffolgenden Plünderung wurden die meisten der arabischen Sakralbauten zerstört, darunter auch die Hauptmoschee in Palma. Die christlichen Krieger wollten den islamischen Einfluss auf der Insel so bald und so wirkungsvoll wie möglich ausmerzen, und man beschloss, auf den Grundmauern der Moscheen verschiedene Kirchen zu errichten. Die Kathedrale, die bis heute das Stadtbild in Palma prägt, ist nicht umsonst genau auf dem Gebiet der einstigen Hauptmoschee errichtet worden.

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