Spanien Entwicklung

Die Reconquista

Generell gilt Al-Andalus heute unter Arabern als bestes Beispiel höchster arabischer Kultur und Wissenschaft und ist Inbegriff von prinzipiell friedlichem Zusammenleben zwischen Muslimen, Christen und Juden.


Denn es fanden keine aufgezwungenen Bekehrungen zum Islam statt, wer wollte war frei überzutreten und auch an sich wurden weder Christen noch Juden verfolgt, lediglich Aufstände abgewendet.

Anders als die katholischen Monarchen von Kastillien und Aragón, denen die Ideen ihrer Kreuzzüge, der Ausweisung der rund 160.000 Juden und Zwangsbekehrungen der Mauren, wohl dem Wunsch nach religiöser Reinheit entsprungen sind. Zumindest bei den späteren Herrschern, die schließlich die Rückeroberung der Iberischen Halbinsel tatsächlich vollbrachten, lässt sich dies feststellen. Ganz am Anfang der Rückeroberung, die Reconquista genannt wird, stand vornehmlich der Wunsch der Westgoten im Vordergrund, ihr verlorenes Reich wiederzugewinnen.

Bereits im 8. Jahrhundert begann die Reconquista, als Pelayo den Kampf gegen die Mauren aufnahm und erster König Asturiens wurde. Seine Söhne setzten diesen Kampf fort bis die Mauren das wieder gegründete kleine Königreich in Ruhe ließen. Etwa zur selben Zeit konnten sich im nördlichsten Osten des Landes die fränkischen Herrscher etablieren, deren Macht vom Frankenreich über die Pyrenäen schwappte und so im heutigen Katalonien die „Spanische Mark“ für sich beanspruchten. Auch Girona und Barcelona wurden von ihnen erobert, um 785 und 801 herum.

Die beiden christlichen Reiche im Norden kämpften aber nicht nur gegen die Mauren, sie bekriegten sich auch gegenseitig. Erst im 15. Jahrhundert schlossen sich die Königreiche von Kastillien und Aragón zusammen, wie sie nun hießen, um gemeinsam die Mauren und Muslime zu vertreiben. Zu diesem Zeitpunkt war Aragón bereits wichtige Seemacht im Mittelmeerraum und Kastillien kämpfte mit Portugal um die wichtigste Seemachtsstellung im Atlantik. Kein Wunder also, dass das erste, was von Spanien nach der Reconquista, die mit der Eroberung der letzten Festung in Granada 1492 endete, finanziert wurde, die Missionen zur Erforschung der Weltmeere waren.

So entdeckte Christopher Columbus im selben Jahr, in dem die Rückeroberung Spaniens abgeschlossen war, Amerika bei solch einer finanzierten Mission. Was daraufhin folgte ist bekannt, die Conquistadores fielen massenweise in Süd- und Mittelamerika ein, brachten die Reiche der Inkas und anderer Ureinwohner in ihre Gewalt und zerstörten sie. Die Ausbeutung der Bodenschätze, insbesondere von Goldreserven ließ nicht lange auf sich warten, die Christianisierung der Völker Amerikas mit der brutalen Inquisition ebenso wenig.

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