Spanien lässt die Bahn vorfahren - 249 Mrd. Euro für PEIT-Konzept

Die deutsche Bahn, ein wahrlich rotes Tuch für die meisten Deutschen. Dabei stand die Deutsche Bahn in punkto Komfort im europäischen Vergleich ganz vorne. Das war vor 1 1/2 Jahren. Robert Etmans, Vorstandsmitglied der DB Fernverkehr AG, sagte damals: „Wir investieren über 200 Millionen Euro in die Verbesserung der Kundeninformation und rund 180 Millionen Euro in die Modernisierung des ICE 1. Damit bauen wir unseren Wettbewerbsvorteil gegenüber Pkw und Flugzeug weiter aus.“ (Quelle: Deutsche Bahn. 07.09.2005) Bis heute mag das vielen Kunden der Deutschen Bahn spanisch vorkommen.

Immer wieder kam es zu Verspätungen und undurchsichtigen Preisstrukturen. Die gelobten Schnellzüge wurden zwar ausgebaut und haben auf allen Schienen Vorfahrt, doch sind die Preise für die Fahrt mit Ihnen oft nicht billiger als ein PKW und teilweise auch nicht günstiger als das Flugzeug. “Während in Deutschland Gelder für die Schiene eher planlos nach Kassenlage verteilt werden, macht man sich in der spanischen Regierung langfristige und tragfähige Gedanken über die verkehrspolitische Zukunft des Landes”, so Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.



 


Das “Anliegen des Strategieplanes ist es, die Eisenbahn zu einem zentralen Baustein des intermodalen Personen- und Güterverkehrs in Spanien zu machen”, sagte Joaquin Jiménez vom spanischen Schienennetzbetreiber ADIF beim Parlamentarischen Abend der Allianz pro Schiene. Dieser Plan soll in den nächsten 15 Jahren im Spanien verwirklicht werden. Dabei werden 249 Milliarden Euro in das Projekt gesteckt, allein die Hälfte dieser Summer wird in den Ausbau des Schienennetzes investiert. Der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzwerkes wird mit 83,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen. Das gesamte PEIT-Konzept erstreckt sich auch auf die Verbesserung des Straßennetzes, aber für diese werden nur ungefähr 25 % der Investionssumme verwendet. Damit könnte Spanien in Punkto Bahnverkehr neue Maßstäbe setzen. (Quelle: Allianz pro Schiene. 07.04.2006)

Ein weiteres Großprojekt ist der Tunnel, der Spanien mit Marokko verbinden soll. Dabei soll ein riesiger Tunnel unter der Straße von Gibraltar gebaut werden. Dieser unterirdische Eisbahntunnel soll dafür sorgen, dass man Marokko und damit auch Afrika schnell und unkompliziert erreichen kann. Zahlreiche Überlegungen eine Brücke zu bauen scheiterten bereits, da auf der einen Seite der Schiffsverkehr beeinträchtigt wäre und auf der anderen Seite an der schmalsten Stelle zwischen Point Canales und Point Cires, mit nur 14 Kilometern, sich ein bis zu 900 Meter tiefes Meer in den Weg stellt. Nun soll das Projekt des 38,7 Kilometer langen Tunnels zwischen Punta Paloma und Punta Malabata gebaut werden. Die beachtliche Tiefe von 500 Metern unter dem Meeresspiegel macht diesen Bau um ein vielfaches schwieriger, als der Europatunnel zwischen England und Frankreich, der sich nur 70 Meter unter dem Meeresspiegel befindet.

Die Optimisten denken, dass die erste Röhre, bei guten Bedingungen bereits 2025 fertig sein könnte. Dann sollen bereits 15 Millionen Menschen jährlich den Tunnel durchqueren. Mit Fertigstellung dann sogar 45 Millionen. Um den Tunnel zu durchfahren braucht man dann ungefähr 25 Minuten und so wäre es mit einem der Hochgeschwindigkeitszüge von Sevilla nach Tanger möglich nur noch ein Drittel der heutige Zeit zu fahren - also nur noch 90 Minuten. Wovon das Mammutprojekt jedoch bezahlt werden soll, ist noch völlig unklar. Bis jetzt konnten Spanien und Marokko gerade mal 24 Millionen Euro zusichern. Im Vergleich, der Europatunnel kostete stattliche 15 Milliarden Euro.

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