Spanien auswandern
11. April, 2007 von Moderator
Auswandern nach Spanien am Beispiel Mallorca
Die Balearen sind für viele Deutsche ein echtes Traumziel – ein Ort, an dem man gerne seinen Lebensabend verbringen würde und an dem man vielleicht auch gerne leben und arbeiten möchte.
Kaum eine Insel der Welt taucht in dieser Hinsicht so häufig in solchen Träumen auf wie Mallorca – vor allem natürlich in dem (teilweise gravierend falschen) Bild, welches man sich in der deutschen Öffentlichkeit von dieser Urlaubsinsel macht.
Es ist verständlich, denn unser schlechtes Wetter und die Dunkelheit schlagen immer wieder aufs Gemüt und der Alltagsstress scheint allzu präsent im normalen Leben in Deutschland. Da ist es doch kein Wunder, dass man sich gerne auf eine Insel träumt, auf der man es sich so richtig gut gehen lassen kann – und welcher Ort liegt da näher als das schöne Mallorca oder eine der anderen balearischen Inseln?
Leider sieht die Realität hier bisweilen etwas anders aus als das, was man sich gemeinhin in Deutschland von der Sonneninsel erträumt. Sicherlich, grundsätzlich können die Bewohner einen angenehm hohen Lebensstandard vorweisen und es geht ihnen durch ihre Lebensart, den Wohlstand und das sonnige Klima ebenfalls recht gut – doch bedeutet das nicht, dass diese Möglichkeiten für jeden einfach so da sind, der sich dazu entschließt dorthin überzusiedeln. Zwar sind es mehr als 40.000 Deutsche die auf den Balearen leben und arbeiten, dennoch kommen immer wieder Menschen mit realitätsfernen Vorstellungen nach Mallorca und werden dort mit völlig unerwarteten Problemen konfrontiert.
So ist zum Beispiel der Glaube sehr verbreitet, dass man mehr oder weniger problemlos nach Mallorca übersiedeln und dort in Freuden leben und auch arbeiten kann. Aber der Alltag auf Mallorca unterscheidet sich mit seinen Sorgen, Enttäuschungen, Ärgernissen aber auch Freuden nicht vom Alltag in Deutschland. Die meisten Menschen brauchen ungefähr ein Jahr, um sich einigermaßen einzufinden und sich mit der Insel zu arrangieren.
Wenn auch sie mit den „Trauminseln“ Balearen liebäugeln und sich schon so manches Mal vorgestellt haben, sich dort nieder zu lassen, sollten sie vielleicht einmal die folgenden, nicht unwichtigen Fragen beantworten, um ihren Traum auf seinen Bestand zu prüfen:
Die erste und wohl kritischste Frage ist die der Finanzen. Reichen die Mittel, die sie zur Verfügung haben, in der Tat für ein ruhiges Leben aus, auch wenn sie eventuell keine zusätzlichen Einkünfte haben? Die Arbeitssuche gestaltetet sich hier mindestens genauso, wenn nicht sogar schwieriger als in Deutschland. Besonders außerhalb der Tourismushochburgen sieht es auf den Balearen eher schlecht mit Arbeit aus. Es empfiehlt sich, ein Bild vom Arbeitsmarkt auf den Inseln zu gewinnen oder sein Geschäftskonzept auf die Tragfähigkeit hin zu prüfen. Nur weil das Verleihen von Wassersportgeräten oder der Betrieb eines kleinen Restaurants eine schöne Ideen sind, heisst dies nicht, dass sie von Erfolg gekrönt sein müssen – viele Anbieter wetteifern in fast allen touristischen Branchen um die Gunst der Urlauber.
Zweitens sollte man sich fragen, wo man eine passende Unterkunft finden kann und wie teuer diese wird. Wer nicht unbedingt das Meer vor der Tür haben will, der kann im Landesinneren auf schicke Häuser stoßen, die vergleichsweise günstig zu haben sind.
Drittens ist es gut, wenn man eine Vorstellung entwickelt darüber, wie man seine Zeit neben der Arbeit verbringen möchte. Die Gestaltung des Alltags und der Freizeit geht nicht immer leicht von der Hand und Hobbys müssen gepflegt und Kontakte geknüpft werden. Trotz der weitverbreiteten Sprache Deutsch, ist es daher unerlässlich sich wenigstens ein bisschen die Sprache des Landes anzueignen, um eine gute Basis zu haben.
1 Kommentar zu “Spanien auswandern”
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Gerade in letzter Zeit hört man in den Medien von einigen gescheiterten deutschen Existenzen auf Mallorca. Manche sind dort sogar obdachlos geworden.
Der Aufwand, der beim Auswandern aufgebracht werden muss, darf wirklich nicht unterschätzt werden. Die Landessprache sollte allein schon wegen den anstehenden Behördengängen einigermaßen beherrscht werden. Denn auch in Spanien gibt es Bürokratie und bestimmt nicht weniger als in Deutschland.