Solaranlage Spanien :: Photovoltaik Anlagen
19. Mai, 2007 von Moderator
Solarstrom-Markt in Spanien leidet unter Siliziummangel und Bürokratie
Die Ergebnissen der aktuellen EuPD Research-Studie zum spanischen Photovoltaikmarkt 2006/07 liegen nun vor. Im vergangenen Jahr änderte sich die Struktur am spanischen Markt. Bei der Befragung gaben ein Großteil der befragten Installateure an 2005 ihre Solarmodule direkt bei den Herstellern bezogen zu haben. 2006 wurde eine Verschiebung hin zu Zwischen- und Großhändlern beobachtet. Dies führen die Studienautoren auf die steigende Anzahl von Distributoren und All-Rounder-Unternehmen zurück, die im Bereich Solarenergie die gesamte Dienstleistungspalette anbieten. Modulhersteller profitierten durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten ebenfalls von der positiven Marktentwicklung. Der Bau einer neuen Siliziumfabrik wird bereits geplant. 2006 betrug die neu installierte Photovoltaikleistung in Spanien rund 50 Megawatt.
Die hohe Anzahl verfügbarer Freiflächen sowie die bisherige politische Förderung von mittleren Anlagengrößen mit Leistungen von bis zu 100 Kilowatt treibt auch die Verbreitung von Solargärten voran. Gerade in diesem Bereich, der Freiflächenanlagen ist ein starkes Wachstum zu erkennen. Die Solargärten bestehen aus vielen einzelnen Photovoltaik-Anlagen. Das Geschäft mit privaten Dachanlagen verlief dagegen weniger Erfolg versprechend. Der benötigte Aufwand für die Installation wird durch die relativ geringen Einnahmen nicht abgedeckt. Uhlemann sieht unter gleichbleibenden Bedingungen daher kaum Zukunft für diesen Sektor.
Mehrere Hürden für die Weiterentwicklung des spanischen Solar-Marktes tun sich hier auf. Die Befragten gaben in diesem Zusammenhang die hohe Anzahl an Genehmigungen und Lizenzen an, die für den Bau einer Solarenergie-Anlage notwendig sind. Demnach können acht bis 14 Monate zwischen dem Antrag auf Bau und der tatsächlichen Installation einer Anlage vergehen. Darüber hinaus sind Photovoltaik-Anlagen laut den Studienautoren um rund 20 Prozent teurer als am deutschen Markt. Die steigende Nachfrage in Spanien sowie hohe Siliziumpreise wären in den vergangenen zwei Jahren für den Preisanstieg verantwortlich gewesen.
Ein neues Gesetzt soll die Förderung von Solarenergie ermöglichen und zur Beseitigung der bürokratischen und rechtlichen Hürden beitragen. Dieses soll innerhalb der nächsten Wochen verabschiedet werden. Der aktuelle Entwurf beinhaltet unter anderem eine neue Vergütungskategorie für den Einspeisetarif von Solarstrom. Anlagen mit einer Größe von 100 Kilowatt bis zu zehn Megawatt sollen demnach mit 41,7 Cent gefördert werden. “Die weitere Entwicklung ist abhängig von der Verabschiedung des neuen Dekrets. Ich gehe davon aus, dass das Dekret verabschiedet und der Markt 2007 kräftig zulegen wird”, erläutert Uhlemann gegenüber pressetext. (Quelle: pte. 24.02.2007)
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