Sevilla Sehenswürdigkeiten

Was Sevilla seinen Besuchern zu bieten hat

Unübersehbar liegen die Catedral de Santa María de la Sede und der Alcázar inmitten der Stadt, unweit des Flusses und bilden eines der beliebtesten Fotomotive und unbestrittenes Wahrzeichen Sevillas.


Die Kathedrale wurde zwischen 1402 und 1506 anstelle der alten Hauptmoschee der Stadt errichtet, von der jedoch einige der Bauelemente übernommen wurden. So ist diese Kathedrale mit seinen 117 Metern Länge, 74 Metern Breite und 40 Metern Höhe der größte und am reichsten verzierte gotische Dombau aus dieser Epoche, der bis in unsere Zeit erhalten blieb.

Der berühmteste Gebäudeteil ist wohl die „Wetterfahne“, die Giralda mit ihren 97 Metern Höhe, die das Minarett der maurischen Moschee war, das auf römischen Sockeln errichtet wurde und inzwischen Wahrzeichen der Stadt ist. Erst 1568 wurde ein Glockenturm aufgesetzt, auf dem die vier Meter hohe Windfahne, der Giraldillo thront und den Turm noch gigantischer wirken lässt. Durch die Puerta del Perdón im Patio de los Naranjos, dem Orangenhof, der von der maurischen Moschee übernommen wurde, gelangt man ins Innere der Kathedrale. Im Hof fällt vor allem der noch aus westgotischen Zeiten stammende achteckige Brunnen auf, der später für die islamischen Waschungen genutzt wurde sowie die Puerta del Perdón, deren bronzene Torplatten noch aus maurischer Zeit stammen, die Verzierungen wurden allerdings erst später angefügt.

Der Kirchenraum selbst ist fünfschiffig angelegt und sicher eines der eindrucksvollsten Zeugnisse der spanischen Gotik mit seinen zahlreichen Kunstwerken. Bemerkenswert ist vor allem das gotische Chorgestühl, das eines der wenigen noch erhaltenen seiner Art aus der spanischen Gotik ist. Doch auch der Retablo in der Capilla Mayor sollte auf keinen Fall ausgelassen werden. Er ist mit seinen 23 Metern Höhe und 20 Metern Breite das größte geschnitzte Altarbild der Welt. Hinter der Capilla Mayor befindet sich die Capilla Real, in der Ferdinand III. und seine Frau sowie ihr Sohn Alfons X. bestattet sind. Zudem findet man hier in der Apsis einen silbernen Reliquienschrein Ferdinands sowie einen Altar mit der Virgen de los Reyes, der Schutzpatronin Sevillas aus dem 13. Jahrhundert.

Über diese Kapelle gelangt man in die Sakristei „Sacristía Mayor“, einem Prachtraum aus dem 16. Jahrhundert, in dem der Kirchenschatz aufbewahrt wird, zu dem unter anderem der silberne Schlüssel von Sevilla gehört. Der Sacristía Mayor schließt sich die Sacristía de los Cálices an, mit zahlreichen Kunstschätzen berühmter Maler wie Goya, Morales und Murillo, die schließlich zu einem Grabdenkmal Kolumbus’ führt, bei dem aber strittig ist, ob der berühmte Entdecker tatsächlich darin begraben liegt.

Südöstlich der Kathedrale liegt der Alcázar, der sowohl den maurischen, als auch den christlichen Königen als Schloss diente und in seiner heutigen Form wesentlich im 14. Jahrhundert gestaltet wurde. Über mehrere wunderschön gestaltete Innenhöfe gelangt man vorbei an der Kammer, die früher für den Handel mit der Neuen Welt zuständig war, über eine prunkvolle Treppe zu den Gemächern der Katholischen Könige. Geht man anstelle nach rechts die Treppe hoch gen Süden, erkennt man den eigentlichen Palast, in den man über einen engen Gang gelangt. Dieser führt zunächst in den Patio de las Donacellas, den Mädchenhof, der den Mittelpunkt des Palastes bildet. Im maurischen Stil gehalten verzückt dieser durch seine verspielten Dekore und die vielen Marmorsäulen, die rundherum Bögen spannen. Von hier aus geradeaus weiter tritt man in den Gesandtensaal, den Salón de Embajadores, der der älteste und zugleich schönste erhaltene Saal des Alcázars ist, dank der Schmuckfriese und goldenen Schriftzüge sowie der Decke aus Zedernholz.

Besonders sehenswert sind hier im Alcázar die Gemächer Karls V. sowie die von ihm angelegten Gärten mit den unterirdischen Badeanlagen und Grotten. Im Alcázar werden regelmäßig Führungen angeboten, bei denen man in die meisten Räume Zugang hat und erklärt bekommt welche Könige wo residierten.

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