Sehenswürdigkeiten Santa Cruz
8. Januar, 2008 von Moderator
Was man in Santa Cruz unbedingt gesehen haben sollte
Wer in Eigenregie die wichtigsten Plätze der Stadt erkunden möchte, beschränkt sich am besten auf das Gebiet zwischen der Plaza de España, dem Mercado, der Plaza de Toros und dem Parque García Sanabrina, wo man sich direkt am Spanischen Platz im Touristenbüro Infos über die Sehenswürdigkeiten besorgen kann.
Um einen Überblick zu gewinnen sind die Trolleybusse mit offenen Waggons praktisch, die alle Stunde am Plaza de España abfahren, und wer zum Shoppen kommt, wird auf der Calle de Castillo und der Rambla Pulido fündig.
Die Plaza de España ist allgemein der wichtigste Ausgangspunkt für eine Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, hier stand im Übrigen 350 Jahre lang die älteste Festung der Stadt. Das Kastell San Christóbal war Teil einer 10 Kilometer langen Festungslinie, die das Inland schützen sollte. 1929 wurde die Verteidigungslinie jedoch abgetragen, um den Blick auf das Meer freizugeben, und da ein solcher Schutz nicht länger nötig war. Dafür steht hier nun das Obeliskendenkmal „Monumento de los Caídos“ für die im Bürgerkrieg gefallenen Soldaten Francos.
Von diesem Ausgangspunkt führt der Weg zur sanft ansteigenden Plaza de Candelaria, die der ehemalige Exerzierplatz des Kastells war. Die Marmorstatue, die man hier sieht ist die „Triunfo de la Candelaria“, die die Bekehrung der Einheimischen zum Christentum symbolisiert. Candelaria ist die Schutzpatronin der Kanaren, die hier mit Kerze und Kind auf einer Wolke stehend auf die ihr huldigenden Guanchen herabblickt. Das große Gebäude das man Rechts sieht, ist das Casino de Tenerife, der älteste Privatclub der Insel. Einen genaueren Blick sollte man auf das Gebäude beim Hotel Plaza werfen, den Palacio del Rodríguez Carta, der 1752 erbaut wurde und durch die schöne Barockfassade besticht.
Von diesem Platz aus gelangt man schnell auf die Calle de Castillo, die Haupteinkaufsmeile, auf der unter anderem ein Blick in die Karnevalsläden lohnt, die ungewöhnliche Stoffe und Kreationen beherbergen. Die vierte Straße rechts, die von dieser Flaniermeile abbiegt, führt hin zum Parlamento de Canarias, einem Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das sich im Stil an antiken Bauten orientiert. Der klassizistische Bau beherbergt seit 1823 das kanarische Parlament, das hier seinen ständigen Sitz hat. Überquert man von hier aus die Calle Pilar, gelangt man zur Plaza del Patriotismo, die von postmodernen Bauten gesäumt wird, von denen eines ganz besonders hervorsticht. Die Caja Canaria, ein riesiges und hochmodernes Bankgebäude, das sich wie ein Schiffsbug auf den Platz hinein schiebt.
Etwas erhöht liegt hier gut zu sehen die Plaza Príncipe de Asturias, mit einem charakteristischen eisernen Pavillon, der als Tapasbar dient. Die ummauerte Plaza bietet einen guten Rastplatz mit ihren hohen Lorbeerbäumen, die genügend Schatten spenden. Sie war einst der Garten des etwas unterhalb angrenzenden Franziskaner-Klosters „San Pedro Alcántara“ und bietet einige nette Cafés und Bars. Von hier aus führt die Einkaufsstrasse Calle Pilar weiter aufwärts, die am Park García Sanabría endet.
Doch gibt es auch auf dem Platz noch einiges zu entdecken, wie etwa den „Círculo de Amistad XII de Enero“, der Sitz des renommierten Kunstvereins der Insel. Die Innenräume sind leider nur zu besichtigen, wenn gerade eine öffentliche Kunstausstellung im Gange ist, doch allein die pompöse Außenfassade spricht Bände. Die vielen Verziehrungen und Schnörkel des Gebäudes aus dem frühen 20. Jahrhundert mögen auf manch einen kitschig wirken, doch war der hier auf Teneriffa „Modernismo“ genannte Baustil so beliebt wie anderswo das Art Déco, oder der Jugendstil, und fand daher auch in vielen Stadtvillen seinen Platz. Dieser neue Baustil war das Pendant zum eher geradlinigen Stil der Klassik, der ohne jegliche Form von Schnörkel und Pomp auskam.
Auf der Südseite des Platzes findet man die Stadtbibliothek direkt beim Museo de las Bellas Artas, in dem Werke kanarischer Maler neben einigen Kunstwerken aus Spanien, Italien und Holland hängen. Hinter dem Kunstmuseum findet man den Obersten Gerichtshof der Inselgruppe, das „Tribunal Superior de Justicia de Canarias“ und die einstige Klosterkirche Iglesia de San Francisco.
Diese zuerst nur als Kapelle erbaute Kirche stammt aus dem Jahre 1620 und besticht nach ihrer Umfunktionierung zur ehemaligen Klosterkirche durch einen prachtvollen Kolonialbarockstil. Das Innere der dreischiffigen Kirche ist mit rötlichen Basaltsäulen und Marmorfußböden ausgekleidet, denen nur die bunt bemalten Holzaltäre, die ebenfalls polychrome Kanzel und kolorierte Mudejar-Holzdecke die Show stehlen können.
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