Santiago de Compostela
19. Dezember, 2006 von Moderator
Die Sehenswürdigkeiten der Stadt
In Santiago angelangt ist die erste Anlaufstelle aller Reisenden die Plaza del Obradoiro, an der schon von weither zu sehen die Kathedrale thront.
Diese ist trotz der heute barocken Außenfassade eines der bedeutendsten Denkmäler frühromanischer Baukunst in Spanien, denn das alte Interieur blieb erhalten. Die Kathedrale wurde anstelle der alten Kirche aus dem 8. bis 9. Jahrhundert zwischen 1060 und 1211 erbaut, es kamen nach und nach immer mehr Elemente hinzu oder mussten zum Teil erneuert werden, wegen der Verwitterung. So wurde die Außenfassade im 16. und 17. Jahrhundert vollkommen neu gebaut und bekam ihre heutige barocke Form.
Die der Plaza zugekehrte Westfassade der Kathedrale ist sicherlich eine der beeindruckendsten in ganz Spanien, in ihrem verschwenderischen Barockstil, der hier von 1738 bis 1747 von Fernando Casas y Novoa ausgearbeitet wurde. Durch diesen Eingang gelangt man über das Pórtico de la Gloria in das Kirchenschiff. Dieses Pórtico ist eigentlich ein dreiteiliger Vorhallenbau, der einst die alte Fassade der Kirche war und enthält einen der größten und am besten erhaltenen Zyklen der romanischen Baukunst mit seinem reichen Figurenschmuck.
Der 94 Meter lange und bis zu 33 Meter hohe Hauptraum der Kathedrale wird vor allem vom Prunk des Hauptaltars beherrscht, mit den vielen Figuren und Verzierungen aus Jaspis, Alabaster, Edelsteinen, Gold und Silber. Unter diesem Capilla Mayor liegt die Krypta, mit den Gräbern des Jakobus und seiner Schüler Theodorus und Athanasius. Die gesamte Kathedrale ist ein Kunstwerk für sich, doch sind die einzelnen besonderen Schätze in Führungsblättern und Führungen durch das sakrale Bauwerk detailliert aufgelistet. Außen sollte man das Südportal, das Porta das Platerías unbedingt genauer in Augenschein nehmen. Es ist das älteste noch erhaltene Kirchenportal und ist mit Figuren vom 1117 zerstörten Nordportal geschmückt. Etwas ganz Besonderes ist das Porta Santa, das Osttor der Kathedrale, das nur in heiligen Jahren geöffnet wird.
Am Platz vor der Kathedrale finden sich aber noch weitere interessante alte Bauwerke, wie das Hospital de los Reyes Católicos, das 1489 von den katholischen Königen gegründet wurde. Durch das spätgotische Tor gelangt man in den Hoftrakt, der 4 Innenhöfe umfasst, in deren Mitte eine Kapelle steht, für die ganz gläubigen Jakobspilger. Hier bekommen diese heute immer noch ein Frühstück, Mittag- und Abendessen, wenn auch nicht im teuren Restaurant. Links neben der Kathedrale findet man den Pazo de Xelmírez, einen alten erzbischöflichen Palast aus dem 13. Jahrhundert, mit besonders sehenswerten Festsälen. Auch die beiden Fakultäten Colegio de San Jerónimo und Colegio de Fonseca aus dem 15. bis 16. Jahrhundert stehen hier, die heute das Institut für galizische Studien, bzw. die pharmazeutische Fakultät beherbergen.
Unbedingt sollte man sich bei einem Besuch der Stadt weiter in der Altstadt umsehen, zwar gibt es keine weiteren nennenswerten Gebäude, die besucht und auch von Innen besichtigt werden können, außer dem Convento de San Pelayo mit den anschließenden Gebäuden, doch finden sich noch viele weitere alten Häuser. Das Casa Gótica ist für jene einen Besuch wert, die sich für die Geschichte des Jakobswegs und der Pilger interessieren, hier wird die gesamte Geschichte aufgezeigt.
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