Salamanca Spanien
12. Januar, 2007 von Moderator
Salamanca - Geschichte und Jugend dicht beeinander
Am Ufer des Río Tormes liegt die überaus gerühmte Universitätsstadt Salamanca, die aufgrund ihres Reichtums an bestens erhaltenen alten Bauwerken, vor allem im plateresken, das heißt spätgotischen Stil, der hier seine Vollendung erreichte, nicht nur beliebtes Reiseziel für Städtereisen in Spanien, sondern auch in ihrer Gesamtheit Weltkulturerbe der UNESCO ist.
Die ganze Altstadt erstrahlt im goldgelben Schimmer der Steine aus Villamayor, die als Baumaterial für die meisten Gebäude dienten.
Das Leben hier ist jung und modern, trotz der alten Bauten. Denn ist Salamanca nach wie vor eine Universitätsstadt mit vielen jungen angehenden Akademikern. Dementsprechend bunt gestaltet sich auch das Nachtleben. Allerdings sind die recht schmal gebauten Straßen zu den Pausezeiten der Universität dadurch auch immer sehr belebt und ziemlich voll. Die jungen Menschen hier zieht es von Nah und Fern an und das obwohl das Klima hier sehr extrem ist. In der westlichen Meseta sind die Winter klirrend kalt, die Sommer als Kontrastprogramm extrem heiß mit Temperaturen über 40°C.
Nichts desto trotz war die bereits unter den Römern bestehende Stadt „Salmantica“, die 217 vor Christus durch Hannibal erobert wurde, beliebtes Ziel vieler zuziehender Bewohner. Im 8. Jahrhundert wurde sie relativ gewaltfrei von den Mauren übernommen und führte die geistige Blüte aus Córdoba weiter in den Norden. Jedoch wurde die Stadt anschließend, während der Reconquista bitter umkämpft und durch anhaltende Gefechte zwischen Christen und Moslems fast vollständig zerstört.
Erst nach der Rückeroberung wurde sie wieder aufgebaut und gelangte erst gegen 1100 unter Alfons VI. zu neuem Ruhm. Weltbekannt wurde die Stadt allerdings erst durch die 1215 gegründete Universität, die die erste Spaniens und eine der ersten Universitäten Europas überhaupt war. Trotz der Gründung durch den christlichen Herrscher Alfons IX. von León, verbreitete die Universität die hoch ausgereiften Wissenschaften und geistigen Erkenntnisse der arabischen Welt bis ins mittlere Europa.
Bereits im 16. Jahrhundert gab es fast 8 000 Studenten an der Universität , jedoch folgte darauf ein Niedergang des Bekanntheitsgrades und der Wichtigkeit der Stadt, nachdem das Bistum nach Valladolid verlegt und die in Spanien verbliebenen Mauren zu Beginn des 17. Jahrhunderts endgültig vertrieben wurden. Danach wurde die Stadt mehrmals von napoleonischen Truppen belagert und als Quartier für die französischen Truppen gebraucht. Erst mit dem langsamen Abzug der Franzosen ab 1811 begann sich die Stadt zu erholen und genieß, vom Standpunkt der Bildung an ihrer Universität, wieder internationales Ansehen.
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