Rom Spanien
7. September, 2009 von Moderator
Der Verfall des Römischen Reichs
In den folgenden Jahrhunderten verband sich die Geschichte der Balearen immer enger mit der Geschichte des römischen Reichs, eine Entwicklung, die erst dann ein Ende finden sollte, als der schleichende Verfall des Weltreichs langsam auch die entfernteren Provinzen erreichte.
Im Jahre 430 nach Christus eroberten die Vandalen Rom und zerstörten große Teile der etablierten römischen Strukturen innerhalb des Reichs. Auf den Balearen hatte man vom schleichenden Verfall des Reichs nicht viel zu spüren bekommen – die Reichweite der politischen Probleme war meist zumindest geographisch nicht groß genug, um auch entfernte Provinzen zu erreichen.
Es bleibt zu vermuten, dass die politischen Oberen wahrscheinlich von den inneren Problemen des Reichs wussten, als sie von der Eroberung Roms erfuhren, doch war es den einfachen Leuten auf den Balearen wahrscheinlich eine echte Überraschung, von diesem verheerenden Überfall auf die bis dahin wirklich als „ ewig “ erscheinende Stadt zu hören.
Wie beim Fall Karthagos entstand in den Teilen des alten Reichs ein Machtvakuum, welches man so schnell nicht füllen konnte – vor allem der Mittelmeerraum war deutlich davon betroffen, weil die Vandalen, die vor allem durch die Völkerwanderung angetrieben worden waren, keine große Seefahrermacht waren.
Die Balearen bekamen den fehlenden Schutz Roms zu spüren, als nun die Piraterie wieder vermehrt auftrat, und sie verspürten einen beinahe schmerzlichen Verlust der eben traditionalisierten kulturellen Einflüsse – doch bald zeigte sich, dass die alte Anpassungsfähigkeit der Inselbewohner sich auch über diese vergleichsweise ruhigen fünf Jahrhunderte erhalten hatte.
Die Abwesenheit der militärischen Macht der Vandalen sorgte bald dafür, dass die Insulaner sich auf ihre alten Fähigkeiten besannen und wieder als Seeräuber tätig wurden, doch erhielt natürlich auch der Statthalter Roms für eine Weile die gewohnten Abläufe auf den Inseln aufrecht.
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