Mallorca Geschichte

Die Zeit der Fremdeinflüsse auf Mallorca

Das erste fremde Volk, mit denen die Bewohner von Mallorca über längere Zeit dauerhaft in Kontakt standen, waren die Phönizier. Obwohl Menorca und Ibiza von diesem Volk , das um diese Zeit das westliche Mittelmeer dominierte, bereits sehr früh im Zuge des phönizischen Aufstiegs besetzt wurden, blieb Mallorca verschont.

Die folgenden Jahrhunderte waren für die Mallorquiner, aber auch für die anderen Bewohner der Balearen insbesondere eine Zeitalter der Umwälzung. Der Fall Karthagos beendete eine jahrhundertelange Vorherrschaft, die den Mittelmeerraum deutlich
geprägt hatte, und die neuen Mächte, die Karthagos Einfluss beendet hatten, konnten die Lücke nicht schnell genug füllen – innerhalb von kürzester Zeit nutzten die Bewohner der Balearen, die sich immer eine relative Unabhängigkeit bewahrt hatten, ihre Chance.


 



Innerhalb von wenigen Jahren entwickelten sie sich zu gefürchteten Seeräubern, und auch wenn natürlich nicht der Lebensunterhalt der Inseln auf diese Weise bestritten wurde, hatte doch der Handel mit fremden Waren, aber auch die Piraterie selbst eine wichtige Bedeutung für diese Menschen. Die sehr einträgliche Aktivität, die sich nach und nach immer größerer Beliebtheit erfreute (was man aufgrund der langen Fremdherrschaft wohl nicht ganz unverständlich findet) ließ auch römische Handelsschiffe nicht ungeschoren.

So war es die Seeräuberei selbst, die schließlich eine erneute Fremdherrschaft auf den Inseln nach sich zog. Die verärgerten und in ihrer Ehre, aber auch in ihrer Wirtschaftsmacht gekränkten Römer wandten sich gegen die Balearen und besetzten die Inseln innerhalb von kurzer Zeit, da die kleinen Verbände der Seeräuber nur schlecht organisiert waren und den Streitkräften Roms nichts entgegenzusetzen hatten; eine eigene Streitmacht kannten die Inseln hingegen auch nicht.

Im Jahre 123 vor Christus kam es zur Besetzung der Balearen. Man sollte nun allerdings nicht den Fehler machen, eine römische Schreckensherrschaft hinter dieser Besetzung zu vermuten – Rom war ein Weltreich, dass es gewohnt war, mit Aufständen und Widerstand umzugehen und diesen auf eine Weise zu bekämpfen, die eine dauerhafte Befriedung der besetzten Gebiete möglich machte.

Man drängte den römischen Einfluss voran, gewährten den Menschen der Balearen aber ihre eigene Identität und eine lokale Verwaltung, die die Interessen der Menschen dieser Gegend vertreten konnte; außerdem brachten die Römer wie in vielen anderen Teilen ihres Reiches sehr bald die durchaus erstrebenswerten Veränderungen mit sich, die typisch für dieses Reich waren.


 



Damit begann eine mehr als 500 Jahre währende Epoche unter römischer Verwaltung, die durch einen relativen Frieden geprägt war. Veteranen und Verbannte wanderten aus Rom und ganz Italien zu – die Balearen, aber insbesondere auch Mallorca im Besonderen erfreuten sich bald einer gewissen Beliebtheit als Ort für den Ruhestand, aber auch für das Leben vieler römischer Bürger, die es in die Ferne zog.

Nachdem die Balearen und damit auch Mallorca über fünf Jahrhunderte eng verbunden war mit der Geschichte des römischen Imperiums, nahm natürlich auch das schleichende Ende dieses Weltreichs einen Einfluss auf die Geschichte der Inseln. So endete der römische Einfluss durch die Eroberung der Balearen und die weitgehende Zerstörung römischer Strukturen durch die Vandalen im Jahre 430 nach Christus. Die Zeit des römischen Einflusses war nach dem Ende der militärischen Macht Roms auf den Balearen bald vorbei, und es kam eine unruhige und für viele Menschen sicher sehr ungewisse Zeit, in der die gerade traditionalisierten Veränderungen der Kultur einen neuen Umbruch unterworfen waren.

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