Pyrenäen Spanien
4. Dezember, 2006 von Moderator
Am Fuße der Pyrenäen die beiden Nationalparks bewandern
Über Jahrtausende bildeten die gewaltigen Pyrenäen die natürliche Grenze zu Frankreich, mit mehr als 200 Gipfeln, die die 3 000 Meter Grenze überschreiten.
Heute liegen in den spanischen Pyrenäen zwei der Nationalparks des Landes, doch sind sie nach wie vor dünn besiedelt. Tiefe Schluchten und etliche Gletscher prägen das Bild der 450 Kilometer langen Gebirgskette, die genau wie die Alpen ein Faltgebirge ist und unter Wintersportlern immer beliebter wird. Unterteilt werden die Pyrenäen in die flacheren atlantischen Pyrenäen, die Hoch- oder Zentralpyrenäen und die östlichen Pyrenäen.
Die westlichen Pyrenäen grenzen an die autonome Region Navarras, die Hochpyrenäen gehören zu Aragón und die östlichen Pyrenäen zu Katalonien. In Katalonien sind die Gebirgsformationen und tiefen Schluchten der Pyrenäen noch wesentlich rauer ausgeprägt als etwa in Aragón, da hier die Eiszeit härter und die Gletscher größer waren. Dafür ist Aragón insgesamt am Fuße der Pyrenäen weitgehend Wüstenland, nur der Ebro bringt an seinen Ufern etwas grün in die kahle Landschaft, die von den höchsten Bergen der Pyrenäen begrenzt wird.
Hier in Aragón liegt auch das Ordesa-Tal im Nationalpark von Ordesa mit seinen Wasserfällen und rauschenden Gebirgsbächen in tiefen Schluchten, wegen derer das Tal oft als Grand Canyon Europas betitelt wird. Dieses faszinierende Tal im Nationalpark ist nur über das idyllische Bergstädtchen Torla erreichbar, das bereits auf 1 000 Metern Höhe liegt und noch in mittelalterlicher Pracht mit kleinen Gässchen erstrahlt. Allgemein sind die Dörfer auf und zu Füßen der Pyrenäen von mittelalterlichen Städten, mit herrlichen romanischen Bauten geprägt, doch in diesem inzwischen relativ betriebsamen Touristenort fällt es wohl stärker auf, wenn die Straßen wieder einmal voll Menschen sind.
Nicht nur Wanderungen kann man hier unternehmen, nahe gelegen sind auch die beliebten Wintersportgebiete Candanchú und Cerler. Weiter nordöstlich des Parks liegt zudem der Ort Bielsa, hinter dem eine 14 Kilometer lange Straße in das Pineta-Tal führt, das aufgrund seiner Schönheit oftmals als Via Apia der Pyrenäen bezeichnet wird.
Im Bereich Kataloniens liegt der Nationalpark von Aigüestortes, in dem die Gletscher der Eiszeit ihre Spuren in Form von über 50 Gletscherseen, Wasserfällen und Gletscherbächen in tiefen Schluchten hinterlassen haben. Diese wunderschöne und zugleich bizarre Wasserlandschaft im schroffen Granitgebirge ist eine der interessantesten und atemberaubendsten Landschaften der Pyrenäen. Der Name ist überaus treffend für diese Landschaft, bedeutet Aigüestortes doch „verzweigte Gewässer“.
Für Wanderungen und Ausflüge im östlichen Teil dieses Parks, wo der große Sant Maurici See liegt, empfiehlt sich das Dorf Espot als Ausgangspunkt, in die westlichen Aigüestortes gelangt man über das Boí-Tal, das ob der vielen romanischen Kirchen in den zu durchquerenden Orten auch „Tal der Romanik“ genannt wird. Besonders empfehlenswert ist es hier das nur sanft ansteigende Sant Nicolau-Tal zu durchwandern, das an vielen kleinen Gebirgsseen vorbeiführt. Guter Ausgangspunkt ist hierfür die Ortschaft Pont de Suert, beziehungsweise Caldes de Boí, zu dem eine schmale Straße hinter dieser Ortschaft führt.
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