Puerto la Cruz Teneriffa
5. März, 2008 von Moderator
Die Hafenstadt Puerto de la Cruz der Brennpunkt des Nordens
Das Zentrum der Nordküste ist gleichzeitig die Geburtsstätte des Tourismus auf Teneriffa, denn hier landeten Ende des 19. Jahrhunderts die ersten englischen Urlauber, die vom gesunden Klima und der faszinierenden Vegetation gehört hatten. In der Tat spricht nicht nur das Klima für die Stadt, denn die Lage im auslaufenden grünen Orotavatal, das von Steilhängen begrenzt wird, mit Blick auf das blaue Meer und in der anderen Richtung auf den teils schneebedeckten Teide, ist wohl einmalig.
Auch heute noch ist die Stadt ein besonderer Touristenmagnet, vor allem leben viele ausländische Auswanderer aus Deutschland, England, Holland und anderen europäischen Ländern in der Stadt, wo sie ihren Altersruhesitz oder Zweitwohnsitz haben. Derzeit kommen auf jeden hier lebenden Tinerfeño drei zugezogene Ausländer, und trotzdem konnte sich Puerto sein spanisches Flair bewahren.
Bevor der Fremdenverkehr die Stadt reich machte hatte Puerto de la Cruz eine ganz andere Funktion, wie bereits der Name verrät. Die Stadt war die vorgelagerte Hafenanlage des 300 Meter höher gelegenen La Orotava, genau wie bei La Laguna und Santa Cruz, denn man musste so keine Angriffe der wichtigen Stadt Orotava von der See aus befürchten. Der Hafen von Puerto ist zwar vergleichsweise klein, doch dank den fruchtbaren Böden des Orotavatals konnte er sich dennoch als wichtiger Handelsplatz etablieren. Als hinzukam, dass der andere Nordküstenhafen in Garachico von der Lava verschlungen wurde, übernahm Puerto de la Cruz die wichtigste Handelsstellung der Insel. Erst mit dem Ausbau des großen Hafens von Santa Cruz nahm die Bedeutung Puertos wieder ab.
Dafür kam sogleich ein neuer Aufschwung durch die Reisenden nach Teneriffa. Bereits 1892 wurde daher der Hotelkomplex „Taoro“ eröffnet, der zu dieser Zeit das größte Hotel ganz Spaniens war. Der richtige Boom des Tourismus kam allerdings erst in den 50er Jahren des nächsten Jahrhunderts, als Schiffsreisen durch Flüge abgelöst wurden, und mit ihm kamen viele weitere Hotelanlagen, die heute die Landschaft verschandeln. Die Stadt sollte zunächst komplett zum touristischen Zentrum Teneriffas umgewandelt werden, wovon die Betonklotzhotels noch heute zeugen. Doch das häufig bewölkte Wetter machte den Planern einen Strich durch die Rechnung, nachdem sich die Reisenden lieber in der Hitze sonnten.
Glücklicherweise wurde daher der Süden Teneriffas erschlossen und Puertos kleine Altstadt blieb erhalten. Rund um dieses kleine Zentrum ist Puerto heute eine moderne Großstadt, mit Fußgängerzonen, schön gestalteten Einkaufzentren, Grünanlagen und gepflegter Strandpromenade. Apropos Strand - dieser war nicht von Anfang an vorhanden, der schwarze Sandstrand Martiánez ist künstlich aufgeschüttet worden auf groben Steinen und durch einen Damm vor Brandung und Abtragung geschützt. Besonders zu schätzen wissen die meisten Urlauber allerdings den Playa de Jardin, ein tropischer Gartenstrand mit herrlich klarem Meereswasser.
Insgesamt kann man den Bereich rund um diese Strände als das neue Zentrum Puertos bezeichnen, der sich bestens zum Baden, Flanieren und Shoppen eignet, während sich das alte Zentrum ein wenig weiter von der Küste weg befindet. Dieses Zentrum wird durch das alte Fischerviertel mit den urigen Restaurants und alten Häusern, einem kleinen Fischerhafen und den drei Plätzen Plaza del Charco, Plaza de la Iglesia und Plaza Europeo gebildet. Dieser Teil ist das absolute Besuchermuss für Puertotouristen, denn nirgendwo sonst findet man diesen altkanarischen Charme in der Stadt. Auch der Parque Taoro ist lohnenswertes Ziel, mit dem ältesten Hotel der Insel.
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