Pflanzen auf Teneriffa
15. Februar, 2008 von Moderator
Die Pflanzenwelt des Nordens und Südens und einige Beispiele
Das Gebirge ist auch verantwortlich für die so unterschiedlich ausfallende Vegetation auf Nord- und Südinsel, denn es hält die Wolkenmassen ab.
So findet man auf der Nordinsel viele Vegetationszonen, wie etwa das Monteverde, die grünste und artenreichste Gebirgszone, ab etwa 500 Höhenmetern. Hier stehen auch die berühmten „Regenbäume“, die mit ihren feinen Nadeln die Wolkendecke sozusagen kämmen, und ihr dabei das Wasser Tropfen um Tropfen entziehen.
An der Küste findet man vor allem Palmen, Meerfenchel und Nymphendolde, oberhalb dem Gürtel des Monteverde und den Übergangszonen wächst dichter Kiefernwald bevor das kahle Hochgebirge beginnt. Diese Region des Monteverde und die Übergangszonen fehlen auf der Südinsel völlig, die Küstenregion geht direkt in Kiefernwälder über.
Hier findet man die meisten Kakteen, Palmen und Wolfsmilchgewächse, einige Savannengräser, Formen des Aeonium und niedrige Büsche. Im Sommer liegt die Landschaft beinahe wie verbrannt da, und bietet ein recht trostloses Bild. Im Winter erst können die höhere Luftfeuchtigkeit und der gelegentliche Regen das ohnehin rare Grün und die Blüten zum leben erwecken. Dann kommen auch Margaritensträucher in zartem rosé, rote Felder der Knollenblütigen Mittagsblume und Kalifornischer Goldmohn zum Vorschein. Auch der heimische Weihnachtsstern beginnt in der Wildnis zu blühen.
Die meisten dieser Blumen wurden allerdings von Menschen hier eingeführt, wie so viele Nutz- und Zierpflanzen, und sind nicht endemisch. So findet man auf Teneriffa unter anderem aus Afrika stammende Glockenblütenbäume, Federborstengras aus der Steppe, die Aloe, den Ficus, die Feuerakazie, die Kassie, die nebst aus Südamerika stammenden Pflanzen, wie der Agave, der Avocado, und der Papaya wachsen.
Eine weitere heimische Pflanze ist hingegen die kanarische Dattelpalme, die inmitten der wüstenähnlichen Landschaften des Südens grünt. Ihre Dattelfrüchte werden jedoch kaum größer als Kirschen, sind gelb und unglaublich bitter, weswegen sie hauptsächlich von Tieren gegessen werden.
Die Palme hat jedoch andere nützliche Aspekte für die Menschen gehabt, und hat sie zum Teil noch immer. Komplett verwertet wurde die Dattelpalme von den Guanchen, die die Palmherzen aßen, aus den Blättern Seile, Körbe und Netze fertigten, und mit den Früchten ihre Tiere fütterten. Heute werden die Blätter teilweise zu Besen verarbeitet und aus dem Saft der Dattelpalmen wird Palmwein und süßer Sirup, der Miel de Palma gewonnen.
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