Montserrat Spanien
4. Dezember, 2006 von Moderator
Der gewaltige Berg in der Nähe Barcelonas mit der Schwarzen Madonna
Rund 50 Kilometer nordwestlich von Barcelona erhebt sich das Gebirgsmassiv des Montserrat, des „gesägten Bergs“ dessen Wände zu praktisch allen Seiten hin abrupt und steil abfallen und der durch die Verwitterung von weitem wie eine gewaltige Burg erscheint.
Der höchste Gipfel des 10 km langen und 5 km breiten Bergs ist der 1 241 Meter hohe Sant Jeroni, doch am bekanntesten ist wohl das „böse Tal“ Vall Malalt, ein gewaltiger Riss, der das Massiv von Südosten her durchbricht. Den Bekanntheitsgrad verdankt das Tal vor allem dem Felsvorsprung auf 725 Metern Höhe, auf dem das berühmte Kloster Montserrat liegt, einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Spaniens, mit der angeblich wundertätigen Schwarzen Madonna.
Zu diesem Kloster gelangt man entweder von Olesa aus über eine Brücke, die zur Schwebebahn führt oder mit einer Bahnverbindung von Barcelona aus, die ab der Plaça d’Espanya zur Schwebebahn fährt. Der Legende nach wurde das Kloster hier oben bereits 880 zu Ehren eines angeblich wundertätigen Marienbildes gegründet, eine erste urkundliche Erwähnung stammt in der tat von 888, doch ist nicht klar welcher Orden das Kloster leitete. Ab 976 allerdings übernahmen die Benediktiner die Klosterleitung, und unter ihnen wurde es 1409 zur unabhängigen Abtei unter Papst Benedikt XIII. anerkannt. Während den Befreiungskriegen der Spanier gegenüber Napoleon jedoch gingen die ungeheuren Reichtümer des Klosters verloren und 1811 zerstörten es abziehende Franzosentruppen auch noch stark.
Im Grunde genommen ist das Kloster mit seiner Basilika und den Nebengebäuden eine in sich geschlossene Stadt, in der die Mönche ohne Hilfe von Außen zu benötigen leben konnten. Viele Plätze teilen die Bereiche des Klosters und auch ein Museum ist hier untergebracht, mit Gemälden katalanischer Künstler, einer kleinen ägyptologischen Sammlung, jüdische Kultgegenstände, römische und byzantinische Keramiken, Schmuck, Münzen und antike Gläser.
Die Basilika stammt eigentlich aus dem 16. Jahrhundert, allerdings musste sie im 19. bis 20 Jahrhundert weitgehend erneuert werden, wobei sie zum Teil auch verändert wurde. Während die Fassade noch der Renaissance entspricht, ist die Innenausstattung eher Neuzeitlich gestaltet worden. Der Innenraum wird durch Kerzenlicht nur schwach erhellt, doch das Hauptziel das man gesehen haben sollte, ist nicht schwer auszumachen, allein aufgrund der Menschenmassen, die die Schwarze Madonna meist umringen. Das Marienbildnis steht erhöht hinter dem Hauptaltar und ist über silberbeschlagene Treppen zu erreichen, von denen aus man das auch La Moreneta genannte Bildnis mit seiner farblichen Gestaltung bewundern kann. Die Hände und das Gesicht sind bei dieser Schwarzen Madonna wohl durch das Alter schwarz geworden, denn angeblich soll sie ein Werk des heiligen Lukas sein, der in Petrus’ Auftrag nach Spanien kam.
Außerhalb des Klosters gelangt man von der Plaça de la Creu an der Bergstation der Seilbahn vorbei zur heiligen Höhle, der Cova Santa, in der das vor den Mauren versteckte Marienbildnis gefunden wurde.
1 Kommentar zu “Montserrat Spanien”
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ICH MUSS SCHON SAGEN BZW SCHREIBEN DASS ICH NOCH NICHTS SCHOENERES GESEHEN HABE WERDE DIESES JAHR NOCHMAL AUF DEN BERG GEHEN
VIEL SPASS BEI DER BESICHTIGUNG ES WIRD EIN UNVERGESSENES ERLEBNIS SEIN