Monte Verde
8. Januar, 2008 von Moderator
Teneriffas immergrüner Berg und seine vielfältige Pflanzenwelt
Der Monte Verde ist vom Tourismus, aber auch vom normalen menschlichen Leben weitgehend unberührt, da die steil aufsteigenden Hänge kaum Platz zum Leben bieten und zudem recht gefährlich für unbetuchte Bergsteiger sind.
Zwar ist das Anaga vor allem bei Wanderern sehr beliebt, doch muss man schon gut zu Fuß und sehr trittsicher sein, um den Berg zu erklimmen.
Dafür offenbart sich dem Besucher eine einzigartige Flora auf dem Bergrücken, und das das ganze Jahr, schließlich ist es der „grüne Berg“. Die Bäume, die vor allem kanarische Kiefern, die Regenbäume des Bergs, aber auch Laurisilva, Lorbeerbaumarten sind, werden fast alle von dichten Moos- und Flechtenschichten überzogen, aufgrund der hohen Feuchtigkeit. Die Lorbeerbäume wachsen hier gleich in 20 unterschiedlichen Arten, die zwischen 8 und 20 Meter hoch werden können. Die Baumvegetation mag daher vielleicht weniger beeindruckend auf Leihen wirken, da die unterschiedlichen Laurisilva auf den ersten Blick sich ziemlich ähnlich sehen und die kanarische Kiefer einer normalen Kiefer beinahe gleicht.
Dafür ist das Unterholz besonders üppig gediehen, mit unzähligen, Farnen, Moosen, Flechten, Sträuchern, Kletterpflanzen, Blumen, Rankpflanzen und Pilzen. Besonders beeindruckend sind das vielfältig vorkommende, rosettenförmige Dickblattgewächs Aeonium, sowie der Riesenfarn, dessen Blätter bis zu 3 Meter lang und 50 cm breit werden können. Übergroß ist auch das gelbe Gänseblümchen, das bis zu 2 Meter groß werden kann, und auch die gelb blühende Gänsedistel wirkt zuerst wie ein extrem zu groß geratener Löwenzahn.
Besonders schön sind die Wälder im Winter bis Frühjahr, wenn alles zu blühen beginnt. Dann entfalten die Lorbeerbäume mit unzähligen weißen Blüten ihre Pracht, die Hija und die Tejio bilden üppige traubenförmige Blütenstände in weiß, beziehungsweise rosarot, der Strauch Reina del Monte bringt leuchtendgelbe Blüten hervor, genau wie die Kanarenglockenblume. Auch der Kanarenfingerhut mit seinen intensiv orange-roten Blüten sieht wunderschön aus, doch ist er extrem giftig, also Finger weg davon. Viele bunte Schmetterlinge umschwirren die Pflanzen in dieser Zeit und bilden nicht nur weitere hübsche Farbtupfer im Grün, sondern hauchen der Gegend gleich viel mehr Leben ein.
Interessant zu sehen sind zudem die unterschiedlichen Felsfärbungen, die von grau über gelb bis hin zu rot reichen, je nachdem was für eine Gesteinsart in der ehemaligen Lava überwogen hat, und ob sie mehr oder weniger schwefelfaltig war. Die vielen Barrancos führen insbesondere im Winter gefährlich reißende Flüsse, und sofern sie nicht überbrückt sind gilt generell lieber weiter wandern, und warten bis ein natürlicher Überweg kommt, wenn z.B. das Wasser im Fels verschwindet und die Schlucht zu ende ist, als irgendwelche gefährlichen Kraxelmanöver zu starten.
Hier und da trifft man auf die besagten fantastischen Felsformationen, die Roques, oder Diques, und sobald man eine bestimmte Höhe erreicht hat, gewährt der Wald immer wieder atemberaubende Blicke auf den Teide, den Ozean und bei klarer Sicht sogar bis hinüber zu der ein oder anderen kanarischen Insel. Wo die besten Aussichtspunkte und besondere Felsen zu finden sind, kann man meist den Wanderkarten und Informationsprospekten entnehmen, die man bei Touristeninformationen rund ums Gebirge erhält.
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