Mezquita Cordoba
9. Februar, 2007 von Moderator
Die gigantische Hinterlassenschaft der Mauren
Wer von den wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt spricht kommt fast schon zwangsläufig gar nicht darum herum bei der Mezquita-Catedral zu beginnen, der größten Moschee auf europäischem Boden, die nebst den Moscheen von Mekka, Damaskus, Kairo und Istanbul eine der schönsten Moscheen der Welt überhaupt ist.
Genau genommen ist sie rein von den Ausmaßen ihrer 23.000 m² die drittgrößte Moschee der Menschheitsgeschichte. Früher war sie die Hauptmoschee des westlichen Islams, bevor die Christen sie als Kathedrale übernahmen und dabei glücklicherweise so gut wie nicht antasteten und nur wenig veränderten.
Die Bauarbeiten begannen 785 unter Abd ar-Rahman I., der die ehemalige westgotische Kirche erwarb, die auf diesem Grund stand und ihre Reste für die zunächst elfschiffige Moschee verwendete, deren 11 Schiffe allesamt zum heutigen Orangenhof hin offen waren. Damals bildeten die Orangenbäume im Freien, die hier auch im Winter Früchte tragen, eine natürliche Fortsetzung der Säulenreihen im Inneren der Moschee und der „Patio de los Naranjos“ war der Ort, an dem die im islamischen vorgeschriebenen Waschungen stattfanden. Der Haupteingang zum Gebetsraum vom malerischen Orangenhof aus war damals die Puerta de las Palmas, die im 16. Jahrhundert im Mudéjarstil ausgeschmückt wurde. Neben dem schön angelegten Hof mit Waschungsbecken und der elfschiffigen Kirche entstand in dieser Bauphase auch die nach Mekka gerichtete Gebetsnische, die Mihrâb am Ende des Mittelschiffs.
Unter der Bauleitung von Abd ar-Rahman II. wurden die Schiffe zwischen 830 und 850 verlängert, die unter Abd ar-Rahman III. 951 um ein Minarett, einen großen Moscheeturm, erweitert wurden, bevor unter Al Hakam II. die Moschee 960 auf ihre heutige Größe von 179 Metern Länge erweitert wurde und die einzigartige „neue Mihrâb“ und der Gebetsraum des Kalifen, die Maksûra entstanden. Sein Nachfolger Almansur erweiterte die Mezquita ab 990 endgültig auf ihre heutigen fantastischen Dimensionen, indem acht weitere Schiffe seitlich entlang der gesamten Länge des Baus angefügt wurden und sich die Moschee breiter mit ihren heutigen 19 Schiffen präsentierte.
Die Christen ließen die Moschee lange Zeit unverändert, nur Alfons X. erlaubte die alte Mihrâb zur christlichen Hauptkapelle „Capilla Villaviciosa“ umzubauen. Doch dann kam die Herrschaft Karls V. unter der 1523 beschlossen wurde eine Kathedrale inmitten des islamischen Gebetsraums, genau im Zentrum der Moschee zu errichten - die einschneidendste und bedauernswerteste Veränderung an diesem Meisterwerk der Baukunst. Der Stadtrat erkannte die Gefahr der Verunstaltung des Gesamtkunstwerks der Moschee durch dieses Vorhaben, konnte den Kaiser jedoch nicht aufhalten sein Vorhaben umzusetzen.
Als Karl V. die Bauarbeiten einige Jahre später besichtigte, soll er allerdings seinen Fehler erkannt und gesagt haben, dass er die Umbauarbeiten nie gestattet hätte, wenn er gewusst hätte, was die Baumeister hier anrichten. Da man das, was sie gerade am bauen waren überall findet, das was sie dadurch zerstört haben jedoch nirgendwo sonst auf der Welt. Die Kathedrale wurde schließlich 1599 fertig gestellt, nachdem ihr 63 der schönen Säulen weichen mussten.
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