Wirtschaft Mallorca

Die Herrschaft Aragons

Auch wenn die Rückeroberung Mallorcas durch Jaume III. in den ersten Schlachten sehr erfolgreich vonstatten ging, war sie leider nicht von Dauer - in der 1349 verlorenen Schlacht von Llucmajor fiel Jaume III., und es war absehbar, dass Mallorca ohne eigenen König den Machtbestrebungen Pedros von Aragon nicht viel entgegenzusetzen hatte.


Für die Witwe Jaumes und seine Kinder wurde Schloss Bellver in Frankreich zum „ goldenen Käfig “ - zwar ließt man ihnen einige der französischen Provinzen, doch war von der Macht des Königs von Mallorca nicht mehr viel übrig. Auf diese Weise verlor Mallorca die nur wenige Jahrzehnte genossene Unabhängigkeit und musste sich nun bis zur Demokratisierung 1975 vom Festland bevormunden lassen.

Damit war dem Ärger mit den Ansprüchen aus Aragon aber keineswegs genug. Mit dem Autonomieverlust wurde die Bevölkerung den neuen Herren gegenüber abgabepflichtig, und weder Pedro noch seine Nachfolger zeigten sich in diesem Zusammenhang besonders nachgiebig.

Wirtschaftlicher Wohlstand auf den Balearen war nicht im Interesse von Aragon, hohe Abgaben und damit verbundene Einnahmen aus einem nicht widerstandsfähigen Land hingegen waren es schon. Diese Einstellung führte immer wieder zu Unruhen, die teilweise auch zwischen den geknechteten Untertanen und der Aristokratie der Insel ausgetragen wurden.

Trotz aller Widerstände entwickelte sich Mallorca allerdings gut. Jaume III. hatte die Grundsteine zu einem florierenden Handel gelegt, den die Bewohner der Insel immer gut auszunutzen wussten, und so setzte sich der Aufstieg Mallorcas zu einem der wichtigsten Handelsplätze des westlichen Mittelmeers fort.


Auch die hohen Abgaben, die man an die Herren von Aragon zu entrichten hatte, konnten nichts an der Tatsache ändern, dass es Mallorca zu einem gewissen Wohlstand brachte, der sich auch in den Bauten aus dieser Zeit niederschlägt - so entstand etwa im 15. Jahrhundert die einem gotischen Kirchenschiff ähnliche Handelsbörse Sa Llotja, die nicht nur architektonisch ein schönes Bauwerk war – sie festigte auch den Ruf Mallorcas als Handelszentrum.

In diesem Zusammenhang kam den Mallorquinern vor allem ihr Talent zur Seefahrt zu Gute – was sie vor mehr als einem Jahrtausend als Seeräuber begonnen hatten, konnten sie nun für den Handel nutzen, und bald genossen die Seefahrer der Insel einen Ruf weit über die Grenzen des Reiches hinaus.

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