Mallorca Wetter
7. April, 2007 von Moderator
Klima und Reisezeit
In der Vorstellung vieler Menschen gehört Mallorca zu den wahren Urlaubsparadiesen, in denen scheinbar immer die Sonne scheint. Diese Vorstellung ist zwar nicht ganz falsch, wird der Vielfalt des (allerdings immer sehr sonnenreichen) mallorquinischen Klimas nicht gerecht.
Auf Mallorca sind die Jahreszeiten durchaus spürbar, wenn auch nicht in einer Deutlichkeit, wie wir sie in Deutschland kennen.
So befinden sich im Sommer viele Pflanzen in einer Vegetationspause, wie sie die Pflanzen in Deutschland im Winter einlegen, um Kälte und Schnee überleben zu können.
Allerdings ist die Gefahr des mallorquinischen Klimas natürlich nicht die Kälte, sondern vielmehr die durch die starke Sonnenstrahlung bedingte Hitze. Auf Mallorca müssen die Pflanzen im Sommer eine oft regenlose Trockenperiode überstehen, eine Phase, die viele Pflanzen ohne eine solche Pause nicht leicht überleben könnten.
In dieser Zeit tragen zwar die vielen immergrünen Bäume und Sträucher noch ihre Blätter, aber die meisten Gräser und Kräuter sind gelb und vertrocknet, und man wundert sich über das recht wenige grüne Bild eines solchen Inselparadieses.
Erst im Herbst, wenn es wieder regnet, sprießen sie erneut und tauchen Mallorca in einen wirklichen „zweiten Frühling“, der in seiner Pracht die paradieshaften Vorstellungen vieler Besucher leicht übersteigt. Auch die Schnecken, die überall auch während der Trockenzeit an den Pflanzen kleben, kommt dann neues Leben, und die Natur scheint zu dieser Zeit plötzlich wieder zu erwachen.
Im Gegensatz zum deutschen Herbst ist Mallorca also auch in dieser Jahreszeit deutlich von Sonne und Leben geprägt, und man wird sich wundern, welcherart die Auswirkungen der Jahreszeiten auf diese Urlaubsinsel sind.
Auch der mallorquinische Winter hat natürlich ein anderes Gesicht als sein Verwandter in Deutschland. In den meisten Jahren sieht man Schnee nur dann und wann auf den Spitzen der hohen Berge, wenn es überhaupt einmal schneit. Selbst in den kühleren Sommern, wenn Schneefall in den hohen Regionen der Insel nicht zu selten ist, ist der weiße Mantel meist bis zum Mittag wieder getaut.
In dieser Zeit kann es zu leichten Anstiegen der Flüsse kommen, allerdings sind Hochwasser, wie man sie aus manchen Regionen Deutschlands kennt, für Mallorca sehr untypisch.
Im Flachland kennt man praktisch keinen Schnee – das in dieser Region dieser Niederschlag liegenbleibt, kommt nur alle Jubeljahre einmal vor, und an der Küste ist es noch seltener.
Interessant ist die Tatsache, dass die mallorquinische Vegetation, die von verschiedenen Einflüsse geprägt ist und unter der man ein ganze Reihe von verschiedenen Kulturpflanzen findet, weitgehend unempfindlich nicht nur gegen die jahreszeitlichen Schwankungen, sondern auch gegen wirkliche kalte Winter und heiße Sommer vergleichsweise resistent sind.
Auch die von den Arabern eingeführten Dattelpalmen können ebenso wie die wildwachsenden Zwergpalmen und Kakteen Schnee durchaus vertragen – eine Tatsache, die in den seltenen Winter, in denen man auf diesen Pflanzen einmal Schnee beobachten kann, geradezu irrwitzig erscheint.
Im Vergleich zum Sommer sind die mallorquinischen Winter sehr grün, weshalb viele Besucher, die nicht die Sonne und das Badevergnügen der Hauptsaison zuerst im Sinn haben, auch die kühlere Jahreszeit für eine Reise nach Mallorca schätzen.
Insgesamt kann man sagen, dass die empfehlenswerte Reisezeit für einen Trip nach Mallorca stark von den eigenen Bedürfnissen abhängt. Klassischen Badeurlaub macht man am besten im Frühling oder Sommer, während sich die anderen Jahreszeiten eher für die Erkundung des Inselinneren eignen, da die Hitze in dieser Zeit nicht allzu groß ist.
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