Mallorca Tourist
3. März, 2007 von Moderator
Das Verhältnis der Mallorquiner zu ihren Touristen
Wer zum ersten Mal auf Mallorca Urlaub macht, wird möglicherweise von der selbstbewusst vorgetragene Autonomie der Mallorquiner überrascht werden, die sich auch stark in deren Lebensart niederschlägt.
Man sagt, dass Mallorquiner von ihrem Temperament her ungefähr so weit vom stereotypen Bild des feurigen Spaniers entfernt wie beispielsweise Deutsche es auch sind.
Natürlich sind auch viele Spanier keineswegs von ihrer Mentalität her in dieses Bild einzuordnen, doch selbst wenn man versucht, eine Aussage über das Temperament eines ganzen Volkes zu machen, wird man auf Mallorca das Attribut „feurig“ nur sehr selten wählen – es trifft weder stereotyp noch tatsächlich zu.
Hier kann man eine Verbindung zur besonderen Geschichte dieses Insellandes ziehen – zwar kennt man dort natürlich fremde Einflüsse, doch steht man ihnen nicht zuletzt durch die oft als bedroht empfundenen eigenen Kultur nicht immer unbedingt aufgeschlossen gegenüber.
Es gehört nicht gerade zur mallorquinischen Lebensart, in jedem Fremden eine Gemeinsamkeit zu suchen und ihn zu akzeptieren, sondern vielmehr kann man den Bewohnern der Insel oft eher eine gewisse mangelnde Aufgeschlossenheit nachsagen.
Dies ist wahrscheinlich zu begründen in dem gerade heute sehr zwiespältigen Verhältnis der Mallorquiner zu den Besuchern auf ihrer Insel.
Zwar ist durch den intensiven Kontakt mit Besuchern aus aller Herren Länder aus einer rückständigen, traditionsbewussten Provinzregion Spaniens ein beinahe typisch mitteleuropäisches Land mit hohem Lebensstandard geworden, doch wird diese Veränderung nicht immer als unbedrohlich erfunden, da man auch heute noch fürchtet, seine eigene Identität zu verlieren.
In dieser Empfindung, die erfahrungsgemäß relativ viele Mallorquiner teilen, liegt auch der Ursprung zu manchem Konflikt zwischen den Bewohnern und den Besuchern der Insel – einerseits möchte man natürlich nicht vom Tourismus überlaufen und verschlungen werden, zum anderen profitieren die Mallorquiner natürlich schon stark von den Einnahmen, die auf diesem Wege auf die Insel kommen.
Nicht jeder Konflikt, der in Deutschland beispielsweise auch oft in der Boulevardpresse thematisiert wurde, kann hier zu einer positiven Lösung kommen – die leicht engstirnige Ansicht mancher Mallorcabesucher, dass sie durch ihr Geld gewisse Sonderrechte „erkaufen“ würden (die sie dann in der Vergangenheit auch gerne ohne zu Fragen einfach in Anspruch nahmen) stößt jedem selbstbewusste Mallorquiner natürlich übel auf.
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