Geschichte Mallorca

Mallorcas Geschichte - das Leben in den Höhlen

Als eine vergleichsweise kleine Insel wurde Mallorca natürlich im Laufe der Jahrtausende stark durch die wechselnden Machtverhältnisse im Mittelmeerraum beeinflusst.

Doch die Geschichte der Insel beginnt selbstverständlich nicht erst zu dem Zeitpunkt, als die Mächtigen auf die Balearen schauten – archäologischen Funden nach war die Insel schon lange bewohnt, ehe überhaupt die ersten Seefahrervölker an ein schriftliche Erwähnung von Mallorca oder den Balearen denken konnten.

Höchstwahrscheinlich im 6. Jahrtausend vor Christus kamen die ersten Siedlergruppen, die aus dem Gebiet des heutigen Südfrankreich stammten, auf die Insel. Diese Siedler entwickelten bald die erste eigens mallorquinische Kultur, die sogenannten „Höhlenkultur“, die für die Frühzeit der Insel sehr typisch ist und die eine große Bedeutung für den Verlauf der weiteren Geschichte Mallorcas einnehmen sollte.



 


Der ursprünglichen Höhlenkultur folgte die „Talaiot Kultur“, deren Bezeichnung sich aus den runden Wachttürmen, die man überall auf der Insel finden kann, ableitet. In der arabischen wie auch der mallorquinischen Sprache bedeutet „Talaia“ so viel wie „Wachturm“.

Besonders faszinierend an diesen Bruchsteinbauten ist natürlich ihr Charakter als Wachturm, den man mit einer Sicherheit annehmen kann – nicht gerade typisch für eine so frühe Kultur. Noch bis zur Römerzeit scheinen diese eigentümlichen Bauten die auf den Balearen vorherrschende Siedlungsform gewesen zu sein.

Doch trotz der vergleichsweise starken Verbreitung dieser frühzeitigen Bauten kann man nicht behaupten, dass die Zahl der Funde dieser Zeitzeugnisse übermäßig groß wäre. Dies ist zu nicht geringen Teilen in der besonderen Konstruktion dieser Bauten zu begründen - ihre Mauern und die Stützkonstruktionen der Dächer bestanden lediglich aus übereinandergeschichteten Felsblöcken ohne Verfugung.



 


Da man in vergangenen Jahrhunderten insbesondere für die Kultur seiner Feinde kaum Respekt kannte, dienten sie der Bevölkerung späterer Jahrhunderten als Materialreserve bei Haus- und Kirchenbau.Auf diese Weise wird leicht verständlich, warum auf Mallorca zwar Reste von mehr als 200 dieser Wachturm-Dörfer identifiziert wurden, aber nur sehr wenige Siedlungen dieser Art als wirkliche kulturelle Denkmäler einen Wert haben.

Zu den wenigen Talaiots, die man besichtigen kann und von denen es mehr gibt als beinahe unidentifizierbare Reste, gehören Capocorp Vell zwischen Llucmajor und Cala Pi, Ses Paisses bei Artá und Son Fornes bei Montuiri. Diese Siedlungen sind zwar auch nicht alle wirklich gut erhalten, doch weisen sie noch deutlich die Strukturen eines Dorfes auf.

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