Mallorca Entwicklung
9. September, 2009 von Moderator
Untergang der Handelsmacht
Nach der Eroberung Mallorcas durch Aragon schien das mallorquinische Schicksal wenigstens auf politischer Ebene für die nächsten Jahrhunderte festgeschrieben – der Autonomieverlust war unabwendbar, und trotz allen Widerstandes gelang es den Mallorquinern bis ins 20. Jahrhundert nicht, sich der Diktatur durch das spanische Festland zu widersetzen.
Dennoch blieb die Geschichte der Insel in Bewegung, und manch politische Veränderung im Mittelmeerraum nahm wichtige Auswirkungen auf die Entwicklung Mallorcas.
Diese Veränderungen wirkten sich zuerst positiv auf, doch sollten sie gleichzeitig auch die Grundlage für Mallorcas Untergang als Handelsmacht sein. Die wirtschaftliche Blüte, die die Insel trotz aller politischen Widersprüche hatte genießen können, kam nach diesen Entwicklungen weitgehend zum Erliegen.
Innerhalb von wenigen Jahren kam es zu einer Reihe von Epidemien, die das ohnehin angeschlagene Mallorca wirtschaftlich nicht leicht verkraften konnte. Die gelockerte politische Situation wurde ebenfalls nicht positiv genutzt – es kam zu verschiedene innenpolitischen Auseinandersetzungen, die weder zu einem eindeutigen Ende kamen noch sich insgesamt positiv auf die Entwicklung Mallorcas auswirkten.
Die frühere positive wirtschaftliche Entwicklung blieb aus, und auch wenn Mallorcas Segelschiffe nach wie vor auf den Weltmeeren zu finden waren, nahm die Insel nie mehr die früher so wichtige Rolle in der Mittelmeerschifffahrt ein.
Ab 1833 kam es zu regelmäßigen Linienverkehr zwischen Barcelona und Palma, doch konnte diese Entwicklung nicht den Verlust des Status als Handelsmacht ausgleichen. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt schließlich verlor Mallorca indessen die einstige maritime Domäne völlig.
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