Kultur Spanien
27. März, 2007 von Moderator
Spanien - Mix verschiedener kultureller Einflüsse
Im Laufe der Zeit unterlag Spanien zahlreichen Einflüssen, da die Iberische Halbinsel von vielen Völkern erobert wurde, so auch von Römern, Goten, Arabern und Monarchen aus den Häusern Habsburg und Bourbon.
Deren Wirken ist auch heute immer noch spürbar. Insbesondere natürlich wurden die Vermächtnisse dieser Kulturen in Bauwerken konserviert und gerade der heißblütige Einfluss der Araber scheint sich auch im Charakter der Bevölkerung verfestigt zu haben.
Schließlich stellt man sich den idealisierten Typus des Spaniers oder auch das von Vorurteilen geprägte Bild dieses Typus, wie man es nimmt, als temperamentvoll und heißblütig, stolz, leidenschaftlich und kämpferisch vor. Dieser Vorstellung am nächsten kommen in etwa die Einwohner Andalusiens, wo sich der Einfluss arabischer Kultur am deutlichsten zeigt. Ansonsten sollte man dieses propagierte Bild besser aus seinem Kopf entfernen, immerhin ist jeder Mensch ein Individuum.
Tatsächlich zeigt sich das kämpferische und stolze Wesen, das man mit Spaniern assoziiert, in so manchem ihrer Bräuche, wie etwa dem beliebten Nationalsport des Stierkampfes. Musik und Tanz sind ebenfalls stark von diesen heißblütigen Motiven durchdrungen und sehr stark an die maurische Kultur angelehnt. Dennoch sind die beliebten Fiestas ganz klar von den christlichen Königen beeinflusst. Hier findet nämlich im Zuge einer Fiesta nicht nur ein großes Fest statt, sondern es geht der Feier auch immer eine Hochmesse und eine anschließende feierliche Prozession durch die Strassen voraus. Dabei werden Heiligenfiguren von den Teilnehmern auf den Schultern durch die Gassen getragen. Diese Prozessionen fallen meist durchaus farbenfroh und fröhlich aus, außer an traurigen christlichen Feiertagen, wie in der Karwoche.
Das Leben findet in Spanien ähnlich wie in Italien und Griechenland vornehmlich auf den Strassen statt und erst am Abend erwacht die Stadt, wenn die große Hitze des Mittags vorbei ist. Ob dieser großen Hitze hat sich eine weitere sehr bekannte Tradition entwickelt, die Siesta, die meist zwischen 13 und 17 Uhr gehalten wird. Hierbei muss nicht notwendigerweise ein Nickerchen gehalten werden, aber es wird zumindest nicht in der sengenden Mittagshitze gearbeitet, und wenn etwas gegessen wird, dann nur kleine Häppchen.
Die spanische Küche ist ebenfalls stark durch die wechselnden Einflüsse geprägt worden. So sind die berühmten spanischen Weine noch ein hinterlassenes Geschenk der Römer, die meisten der köstlichen süßen Nachspeisen sowie die ausgeprägte Kaffeekultur ein Verbleib der Zeit der Mauren und die gute Würzung ein Überbleibsel aus der Zeit der spanischen Kolonien unter den Christen.
Dabei hat das Land noch nie, auch nicht während der Diktatur Francos, den Anschluss an die Moderne verpasst. Dadurch konnte sich unter anderem die moderne Kunst in Spanien so prächtig entfalten wie sonst kaum irgendwo. Man nenne nur Salvador Dali, Pablo Picasso, Miró oder Francisco Goya als Beispiele, die in ihren Stilrichtungen der Kunst allesamt Vorreiter waren.
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