Kulinarisch Reisen
23. Februar, 2008 von Moderator
Was man bei einer Kanaren Reise kulinarisch erlebt
Wie in den meisten südlichen Mittelmeerländern wird auch auf Teneriffa nicht gefrühstückt, oder lediglich schnell ein süßes Stückchen zum Kaffee verspeist. Solch kleine Happen werden am Morgen meist nicht zu Hause genommen, sondern man hält auf dem Weg zur Arbeit an einer der spanischen Bars, an denen man Bocadillos, also belegte Brötchen, Kaffee und Softdrinks bekommt.
Der spanische Kaffee den man hier trinkt ist ein echter Muntermacher und recht stark, weshalb man ihn besser als Café con leche, also mit Milch bestellt, anstatt als Café solo, der spanischen Espresso-Variante.
An vielen Ecken in Teneriffa wird man auch auf so genannte Zumerías treffen, Fruchtsaft Bars in denen frische Früchte vor den Augen des Kunden zu Saft gepresst werden. Die Säfte sind bei der Bevölkerung ebenso beliebt, wie die Tapas, die oftmals zum Mittag konsumiert werden.
Diese Tapas sind kleine Häppchen, das Äquivalent zu den italienischen Antipasti, und auf Teneriffa vielleicht nicht so kunstvoll zubereitet wie in den großen spanischen Städten auf dem Festland, aber allemal lecker. Standard sind hier zumindest die Tintenfischringe mit Zwiebeln und Paprika, Eiersalat mit Majonäse, Kroketten aus Fisch oder Fleisch, Hackbällchen, Sardellen, Oliven, verschiedene Wurstsorten, Käsehäppchen, frittierte Meerestiere und natürlich die Morcilla. Dies ist eine weitere kanarische Spezialität, eine Blutwurst, die aus dem Blut und Fett von Schweinen hergestellt und mit Rosinen, Mandeln und Zimt gewürzt wird.
So vielfältig und einfallsreich die Tapas sein mögen, die Salate sind sehr einfach und unspektakulär, da es nur wenige Sorten Blattsalat auf der Insel gibt. Zu diesen grob gezupften Blättern werden Oliven, Tomaten, Zwiebeln, Mais und Paprika, sowie ab und zu Kartoffeln, Avocados, Eier oder Ananas gegeben, alles meist nur grob geschnitten. Anmachen muss man den Salat selbst im Teller, mit Salz, Pfeffer, Essig und Öl, die auf den Tisch gestellt werden.
Die Suppen auf Teneriffa sind recht gewöhnungsbedürftig, da man vor allem Fischsuppen und die berühmte spanische Gazpacho, eine kalte Gemüsesuppe, zu essen bekommt. Es gibt auch einen besonderen Eintopf, der eine weitere Spezialität der Kanaren darstellt, den Puchero. Hierfür werden verschiedene Kürbisarten, Zucchini, Kichererbsen, Maiskolben, Süßkartoffeln, Porree und mehrere Kohlsorten zusammen mit Speck, Würsten und zwei unterschiedlichen Fleischarten gekocht.
Die meisten Fischgerichte werden gebraten oder gegrillt, eine besondere Delikatesse der Kanaren ist hierbei die Vieja, bei uns als Papageienfisch bekannt, sowie der Bacalao, getrockneter Kabeljau. Getrockneter Stockfisch ist allgemein sehr beliebt, wie auch Tollo, ein getrockneter Dornhai, und wird mit Mojo rojo oder Mojo verde serviert.
Diese Dips sind die typisch kanarischen Mojos, der Mojo rojo ist dabei recht scharf, da er nebst Knoblauch auch Chili und scharfen Paprika enthält. Der Mojo verde hingegen besteht nebst Salz, Pfeffer und Öl nur noch aus Koriander und Petersilie.
Zum Nachtisch findet man nur in den wenigsten Restaurants Käseplatten, die Bewohner der Kanaren essen lieber extrem süße Nachspeisen, obwohl der kanarische Käse, der Queso fresco überaus wohlschmeckend ist. Nach dem Essen in einem Lokal werden in der Regel 10% Trinkgeld erwartet, die man dezent auf dem Tisch, oder in speziellen Mäppchen zurücklässt, und nicht wie hierzulande üblich dem Ober direkt in die Hand gibt.
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