Kanarisches Essen

Typische Spezialitäten der kanarischen Küche und ihre prägenden Einflüsse

Die kanarische Küche ist relativ einfach und nicht sonderlich abwechslungsreich, doch findet man so ziemlich jede Art von Restaurant auf Teneriffa vertreten, also auch Italiener, Inder und Chinesen, für den Fall dass man auf Kartoffel- und Fleischgerichte nicht unbedingt scharf ist.

Die Original kanarische Küche wurde von verschiedenen Einflüssen geprägt, jedoch überwiegt der spanische, während der afrikanische Einfluss, den die Ureinwohner mitbrachten sehr gering ist. Durch die Versklavung und Ermordung der Guanchen, der Ureinwohner der Kanaren, ist von ihren Kochkünsten nur noch sehr wenig in der heute üblichen Küche erhalten.

Ein typisches Beispiel für die Urküche ist jedoch „Gofio“, ein Brei aus gerösteter Gerste, die mit Wasser oder Milch gekocht wird. Auch heute noch wird dieses nahrhafte Gericht hergestellt, in Restaurants bekommt man Gofio häufig in kleinen Portionen als Vorspeise serviert. Insbesondere in den „Guanchichnes“ genannten kleinen Garagenrestaurants findet man diese Speise und andere typisch kanarische Gerichte.


 



Der Name Guanchinches bedeutet in etwa Spelunke, beziehungsweise bezeichnet ein illegales Lokal, inzwischen sind die in ehemaligen Weinkellern und Garagen beheimateten Lokale allerdings freundlicher gestaltet und nicht mehr illegal. Hier wird man am günstigsten Essen können, doch bleibt das Ambiente eben das einer dunklen Garage, und mit Tischen im Freien ist es nicht weit her.

Einflüsse aus der südamerikanischen Küche, vor allem aus Venezuela, das auch als 8. Insel der Kanaren bezeichnet wird, machen sich zum Beispiel in der besonderen Vorliebe für Fleisch in rauen Mengen bemerkbar. Traditionell wird hier Lamm und Ziegenfleisch verwendet, aber Kaninchen, Schwein und Rind sind mindestens ebenso beliebt.

Obwohl die Insel im Atlantik beste Vorraussetzungen für den Fischfang besitzt, ist frischer Fisch in Restaurants meist teurer als Fleischgerichte. Einzig Speisen mit Tintenfisch, vor allem Calamares, sind günstig und überaus vielfältig. Eine kanarische Spezialität sind Tintenfischringe mit Zwiebeln und Paprika, Salpicón genannt.


 



Eine weitere Spezialität, die man überall auf Speisekarten findet, und die sicher die am stärksten verbreitete Beilage ist, sind die „papas arrugadas“. Diese „Schrumpelkartoffeln“, wie sie übersetzt heißen, werden ungeschält zu sämtlichen Fleischgerichten und vielen Fischgerichten gereicht. Die Runzeln der Haut kommen durch das Salz zustande, das sich auf der Pelle niederschlägt.

Früher wurden die Papas mit Meerwasser gekocht, heute wird viel grobes Salz zum Wasser gegeben, die Kartoffeln halbgar gekocht, und das Wasser soweit abgeschüttet, dass nur noch hoch konzentriertes Salzwasser im Topf bleibt. Mit einem Tuch wird der Topf bedeckt und das Salzwasser erneut aufgekocht, wobei der Wasserdampf aus dem Topf entweichen kann, das Salz jedoch darin bleibt und die Kartoffeln mit einer weißen Kruste überzieht.

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