Kanaren Kultur Geschichte
3. März, 2008 von Moderator
Die Wiederentdeckung der Insel und ihre „ richtige “ Eroberung
Nachdem die Menschen im Mittelalter nichts mehr fürchteten, als vom Rand der Welt fallen zu können, wenn sie sich zu weit hinauswagten, blieben die Guanchen auf den Kanaren relativ lange ohne Besuch. Der einzige Mensch, der bereits um das Jahr 520 wagte über die Meerenge von Gibraltar hinauszusegeln, war der irische Mönch Sant Brandan, der die „Heilige Insel der Glückseligen“ finden wollte.
Nach langer Irrfahrt im Atlantik tauchte tatsächlich eine Insel vor ihm auf, doch flüchtete der Mönch wieder ruckartig zurück an Bord, als die Insel nach einem Beben im Meer versank. Von den Guanchen sind Sagen überliefert, laut denen auch sie das plötzliche Auftauchen und wieder Versinken einer achten Insel erlebt haben, die heute San Borondón genannt wird.
Erst um 1300 kommt es erneut zum Kontakt mit Menschen, als der Italiener Lancelotto die Kanaren, beziehungsweise Lanzarote entdeckt, und für sein Land in Besitz nimmt. Dieser Vorfall und die Existenz des Archipels geraten jedoch wieder in Vergessenheit. Erst ab 1400, als es nötig wurde eine Handelsroute nach Asien über den Atlantik zu finden, begannen genauere Erkundungstouren, bei denen die großen Entdecker der westeuropäischen Länder auch auf die Kanaren stießen.
So auch Jean de Bethancourt, der Lanzarote, Fuerteventura, Gomera und El Hierro in Besitz nahm. Allerdings hielt diese symbolische Machtergreifung nicht lange vor, da die Inseln keine Bodenschätze zu bieten hatten und die Königshäuser Europas im ständigen Krieg lagen. Dieser verschlang natürlich Geld, das nicht für den Besitz von unnützen Ländereien aufgebracht werden konnte. So wurden zwar einige der Guanchen als Sklaven verschleppt, doch die Kanaren waren mehr oder weniger wieder frei von der Macht des spanischen Königshauses.
Erst 1477, mit der Rückeroberung der Iberischen Halbinsel machte man sich an die Kolonialisierung der Kanaren, und eroberte auch Teneriffa, Gran Canaria und La Palma. Die Spanischen Conquistadores hatten die Inseln als ideale Ausgangsstelle für Überfahrten über den Atlantik, an die afrikanischen Goldküsten und an Afrika vorbei nach Asien für sich entdeckt.
Teneriffa konnte dabei nicht so einfach unterworfen werden, da die zahlreiche Urbevölkerung extremen Wiederstand leistete. Der Eroberer Alonso de Lugo gab aber nicht auf und begann 1494 den Krieg, um auch Teneriffa zu unterwerfen.
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