Jakobsweg Nordspanien

Pilgereise durch Nordspanien zu den Gebeinen von Apostel Jakobus

Von romanischen Klöstern, Stiften, Kirchen sowie Hospitälern und Rasthäusern dieser Zeit umrahmt, zieht sich der Jakobsweg aus Frankreich über die Pyrenäen, an Pamplona und León vorbei durch Nordostspanien hin zur galizischen Küste.


Es gibt mehrere Wege, die die Pilger beschreiten können, doch das Ziel bleibt stets dasselbe: Santiago de Compostela. In der Kathedrale dieser Stadt sollen die Gebeine des Apostels Jakobus ruhen, der im Spanischen Santiago heißt.

Laut alten Überlieferungen soll der Apostel kurz nach dem Tod Christi die Aufgabe erhalten haben, Hispanien zu missionieren, das heißt die Lehren Christi und seine Taten dorthin weiter zu tragen und Anhänger für die christliche Kirche zu gewinnen. Wohl durch Zufall landete er an der galizischen Küste, wo er einige Jahre die Botschaft Jesus Christus verkündete und schließlich einige Anhänger fand, von denen ein Teil mit ihm zurück nach Palästina segelte. Dort angekommen ließ ihn wenig später Kaiser Herodes Agrippa ermorden, was gegen 44 nach Christus datiert wird. Die Anhänger die mit ihm gekommen waren, entführten dann angeblich seinen Leichnam, den sie auf einem Schiff nach Galizien brachten und an einer Stelle bestatteten, die ihnen der Legende nach von einem Engel gedeutet wurde.

Das Grab geriet über die Jahrhunderte in Vergessenheit, erst ein Einsiedler, der von einem Stern geleitet worden sein soll, entdeckte es wieder und Alfons II. ließ daraufhin an der Stelle, an der es entdeckt wurde eine Kirche errichten. Diese erste noch recht bescheidene Kirche entstand im ausgehenden 8. Jahrhundert, doch aufgrund der Kämpfe mit den Mauren, die zu dieser Zeit das Land einnahmen, wurde die Kirche erst ab dem frühen 10. Jahrhundert zum Wallfahrtsort für Mitteleuropäer. Um die Pilgerstätte herum entwickelte sich die Stadt Santiago de Compostela, die vor allem aus Gasthäusern, Herbergen und Ähnlichem bestand. Der Höhepunkt der Wallfahrten lag im 11. und 12. Jahrhundert, als die heiligen Stätten in Jerusalem wegen der moslemischen Herrscher unzugänglich für Pilger wurden.

Danach flaute der Strom an Pilgern immer mehr ab und die Räuber die entlang der Strecke ihr Unwesen trieben, trugen nicht gerade dazu bei mehr Leute zur Wallfahrtskirche zu locken. Als dann auch noch Sir Francis Drake mit seiner Flotte an der Küste Galiziens auftauchte, brachte man die heiligen Reliquien aus der Apostel Kirche an einen sicheren Ort, damit sie nicht gestohlen werden. Der Ort war so sicher, dass die Schätze hinterher nicht einmal mehr von ihren Beschützern gefunden wurden. Erst 1879 wurden sie wiederentdeckt und nach ihrer Absegnung durch Papst Leo XIII. wieder in die Kirche Santiago de Compostelas gebracht.

Der Weg nach Santiago de Compostela wird auf dem Jakobsweg noch heute auf denselben Routen begangen, die entweder über den Pass von Roncevalles oder den Pass von Somport in Frankreich, über die Pyrenäen nach Spanien führen. Bei Puenta la Reina nahe Pamplona treffen sich die Wege, die weiter über Burgos und León nach Santiago führen. Entlang der Strecke gibt es zahlreiche schöne Ortschaften und Städte, die alle interessante, religiöse Bauten beherbergen, aber auch Gasthöfe die noch aus der Blütezeit der Wallfahrt im Mittelalter zur Zeit der spanischen Romanik stammen.

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