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La Granja und El Escorial - Prunkstücke aus der Umgebung von Madrid

Der selbst heute noch recht kleine Ort San Lorenzo de El Escorial, kurz El Estorial genannt, ist dank seines imposanten Klosterschlosses mit exklusiven Kunstschätzen einer der meistbesuchten Orte Spaniens und war einst, trotz gerade einmal 9 000 Einwohnern heutzutage, der Mittelpunkt des spanischen Weltreichs, da das Klosterschloss als Sommerresidenz der Königsfamilie diente.


Das Monasterio de San Lorenzo de El Escorial wurde von Phillip II. erbaut, da dieser am Tag als die französischen Truppen von den Spaniern besiegt worden waren, gelobt hatte zu Ehren des heiligen Laurentius, dessen Namenstag an diesem Siegestag war, ein Kloster zu errichten. Doch das Monasterio war weit mehr als nur ein Kloster; Palast, Grabstätte und Kirche, Bibliothek und Museum wurden direkt mitbedacht und bei der Auswahl des richtigen Standortes für das monumentale Bollwerk wurden sogar Astronomen zu Rate gezogen.

21 Jahre dauerte der Bau, bevor das Klosterschloss 1584 fertig gestellt und als Sommerresidenz des Königs erkoren wurde. Dieses gigantische Bauwerk misst 161 mal 204 Meter, der höchste Punkt der Kirche in der Mitte ist die 90 Meter hohe Kuppel. Es gibt 88 Brunnen und insgesamt 16 Kilometer Gänge, die die einzelnen Teile des Monuments verbinden. Damit hatte sich Phillip II. definitiv ein Denkmal seiner selbst gesetzt und die Epoche der spanischen Barockarchitektur eingeleitet.

Allein die Kirche ist eine überwältigende Sehenswürdigkeit für sich, besondere Beachtung sollte man dem Altar aus rotem Marmor und Jaspis, mit Gemälden italienischer Künstler schenken sowie den Bronzestatuen in Nischen des Presbyteriums, die die wichtigsten spanischen Herrscher Karl V. und Phillip II. jeweils mit Familie darstellen. Überdies ist das Pantéon de los Reyes unter dem Kirchentor wohl die Hauptattraktion, denn hier im achteckigen Kuppelbau aus schwarzem Marmor und goldenen Verzierungen, wurden fast alle spanischen Könige seit Karl V. bestattet. Ihre Gebeine ruhen in stets gleich aussehenden Granitsarkophagen, während die spanischen Prinzen und Prinzessinnen, die nie Herrscher wurden sowie ihre Mütter einen extra „Pantéon de los Infantes“ erhielten.

Der Königspalast selbst nimmt zwei Flügel im Nordteil ein, in dem man vor allem den Bourbonentrakt ansehen sollte, mit seinen kostbaren Möbeln, Wandteppichen und feinen Porzellanen. Das Kloster selbst nimmt den gesamten Ostteil in Anspruch, inklusive seinem Kreuzgang. Er kann jedoch nicht immer besichtigt werden.

Noch ein wenig weiter nordwestlich liegt La Granja de San Ildefonso, eine Parkanlage, die im 18. Jahrhundert von Phillip V. zu bauen begonnen wurde, da er die Gegend ob ihrer guten Luft schätzte. Hier sollte ein Schloss mit Parkanlage entstehen, das an Versailles erinnert und 1739 schließlich fertig gestellt wurde. Heute ist vor allem der Park beliebtes Ausflugsziel Madrider Einwohner, aber auch das Schloss selbst ist überaus interessant zu besichtigen. Die Gärten an der Schauseite des Schlosses mit ihren Skulpturen und Brunnen aber nicht weniger, leider sind die Wasserspiele aller 26 Brunnen nur an Ostern, dem 30. Mai, dem 25. Juli und 25. August zu bewundern.

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