Guillem

Auf nach Guillem - zu Fuß

Der Berg Guillem im Herzen Ibizas ist eines der wichtigsten Ziele für viele Reisende, die zu Fuß auf der Insel unterwegs sind.


Auf einer Rundwanderung von knapp zwei Stunden kommt man in den Süden der Insel. Der Pfad führt in Richtung Cap de Barbaria, in eine Landschaft, in der es kaum Dörfer und nur einige Fincas gibt.

Von San Francesc aus folgt man einer schmalen, asphaltierten Straße zum Cap de Barbaria und hat dabei links und rechts einige erstaunlich Einblicke in die schöne und abwechslungsreiche Landschaft der zweitwichtigsten Ferieninsel der Balearen. Zwei Kilometer hinter der Inselhauptstadt geht die Straße nach rechts ab zur Cala Saona, einer kleinen Sandbucht mit einem bezaubernden Charme. An der Ecke steht das Restaurant “Es Cap” mit Parkplatz. Reisende, denen es nicht auf eine lange und aufwändige Wandertour ankommt, sind vielleicht schon hier mit ihrer Leistung zufrieden und machen sich einen entspannten Nachmittag auf dem Rückweg, nachdem sie sich im Restaurant gestärkt haben.

Wen es allerdings weiter nach Guillem zieht, der muss sich auf einen etwas anstrengenderen Marsch gefasst machen. Die Wegbezeichnungen zum Berg Guillem sind spärlich und teils verwirrend. Es ist nicht unbedingt leicht, auf diesem Wege den Berg zu finden – die beste Alternative ist die gelb-weisse Gratis-Karte des Patronato Municipal de Turismo, mit der der Weg zum Berg am einfachsten zu finden ist.

Man geht vom Parkplatz an der Strandbucht auf der befestigten Straße Richtung Cala Saona. Nach ungefähr einem Kilometer stehen links zwei alte Zisternen, rechts sieht man eine der typischen Mauernlandschaften der Insel. Halblinks führt ein mit Sand und Steinen belegter Weg südwestwärts. Auf dem weiteren Weg passiert man eine Wiese, die mit Rittersporn übersät ist und die von typischen kleinen Kiefernwäldern flankiert wird. Die „falschen Pinien“ sind auch auf Ibiza ein schöner und atmosphärischer Anblick, zeugen sie doch deutlich vom milden Klima und den guten Wachstumsbedingungen auf der Insel, auf der es für die Pflanzen hauptsächlich notwendig ist, die heißen Sommertage überbrücken zu können. Bald folgt die erste Weggabelung – wen es zielstrebig zum Guillem führt, der hält sich geradeaus, während sich rechts ein Abstecher zur Punta Rosa anbietet, die den schönsten Ausblick Richtung Ibiza und Festland aufweist.

Der Weg zum Berg wird links von Natursteinmauern begleitet, die in einer Aktion zur Verschönerung der Insel wieder errichtet wurden. Die Mauern dienen dem Windschutz der landwirtschaftlich genutzten Regionen, doch nehmen sie mittlerweile vor allem eine Funktion als typisches Landschaftsbild der Balearen ein – weshalb man teilweise erheblichen Aufwand betrieben hat, um dieses schöne Bild auch in den landwirtschaftlich nicht mehr wichtigen Regionen wieder herzustellen.

Der zweiten Weggabelung folgt man links zum Berg. Nun sind die typischen Mauern zu beiden Seiten des Wegs zu finden und es bietet sich ein Bild eines markanten und attraktiven Inlands, wie man es nur in den weniger dicht besiedelten Regionen der Balearen findet. Kurz vor dem Hügel Es Torrio des Cap Guillem nimmt man den Weg nach links durch ein landwirtschaftliches Gebiet, das abwechslungsreich genutzt wird: Weizen und Gerste wachsen hier, ebenso Kartoffeln und Zwiebeln. Auf den Wiesen stehen gestützte Feigenbäume und einzelne Johannisbrotbäume, unter denen kleinen Herden von Schafen und Ziegen weiden, die diese Landschaft sehr zu schätzen müssen. Die wenigen Gehöfte, die hier in kleinen Siedlungen liegen oder allein stehen, haben sich meist mit dicken Mauern geschützt – einerseits gegen Eindringlinge, vor allem aber auch gegen den immer wieder aufkommenden steifen Wind.

Nun wird der Weg zusehends schwieriger, weshalb man sich an die mitgeführte Karte halten sollte. Feigenkakteen wachsen am Wegesrand und andere Pflanzen mischen sich immer wieder unter die landwirtschaftlichen Felder. Man passiert ein Anwesen mit einem großen runden Dreschplatz, der gleichzeitig als Auffangfläche für das Regenwasser dient. Dieses Gehöft ist sehr charakteristisch für die Regionen Ibizas, die kaum als touristischer Anziehungspunkt dienen – dementsprechend findet man hier ein sehr authentisches und markantes Bild der Insel vor, mit dem man sich einen wirklich Eindruck vom Leben auf der Insel verschaffen kann.

Normalerweise wird man hier auf dem Weg zum Berg Guillem den spärlich gesäten, aber dennoch hilfreichen Schildern mit den schwarzen Pfeilen folgen, die einen Wegweier zum Berg darstellen. Rechts am Weg lädt ein schattiger Park mit Rastplätzen zum Picknick ein, den man nutzen kann, da man ungefähr den halben Weg zum Berg hinter sich gebracht hat. Man ist jetzt etwa eine gute Stunde unterwegs. Vorbei geht der Weg an schönen Bauernhäusern, die aus weiß gekalktem Naturstein gebaut sind und die so gar nicht recht in das Bild der Ferieninsel Ibiza passen wollen, die aber einen deutlichem Charme versprühen. Blaue Türen und Fensterrahmen sind hier der typische Schmuck der Häuser.

Wenn man die Asphaltstraße erreicht hat, die zurück zur Hauptstadt führt, kann man auch den Namen des Wegs lesen, den man nun hinter sich gelassen hat: Cami de Can Cordetta. Nun liegt rechts des Wanderweges das Meer, während die Straße parallel zu einer Mauer führt. Von hier aus kann man La Mola aus dem Wasser ragen sehen. Wer vielleicht doch nicht mehr den kompletten Weg zum Berg im Sinn hat, kann rechts einen Abstecher zur Punta de s’Anguila mit schöner Aussicht machen.

Weitere kleine Wege führten weiter hinauf auf den Berg, doch kann man es in dieser schönen Gegend auch mit einer Rundwanderung rund um Guillem gut sein lassen – von diesem Punkt aus ist bald wieder das Restaurant Es Cap erreicht, wo man einen exzellenten Hauswein genießen kann. Der weitere Weg folgt der Karte, die man auf dieser Tour mit sich führen sollte, bis man schließlich einige der schönsten Aussichtspunkte auf der ganzen Insel erreicht.

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