Granada Sehenswürdigkeiten

Granada ist mehr als Alhambra

Zurück von einem Ausflug auf die Alhambra gelangt man über den von dort herabführenden Paseo Central ganz in die Nähe der Catedral Santa María de la Encarnación, das Herz des Stadtzentrums.


Die schönste Renaissancekirche Spaniens wurde als eine Art Siegesdenkmal der Christen, die Spanien nun endgültig rückerobert hatten, 1525 zu bauen begonnen. Bereits 1561 wurde sie geweiht, obwohl der Bau noch lange nicht fertig gestellt war, denn erst 1759 wurde endgültig der Innenraum vollendet.

Sowohl die Fassade als auch das Innere der Kirche sind reich verziert und mit unzähligen Figuren, Reliefs und Fresken, so dass das gesamte Bauwerk eine einzige Augenweide ist. Doch besondere Aufmerksamkeit sollte man der Capilla Real widmen, in der die Katholischen Könige ihre Grablege fanden. Ihre Gräber, aber auch die Räume, wurden sehr aufwendig mit kostbarsten Materialien wie Marmor und Gold gestaltet. In dieser Grabkapelle ist zudem ein Museum untergebracht, das nicht nur Kunstschätze, sondern auch persönliche Gegenstände der beiden Katholischen Könige Ferdinand und Isabella ausstellt, wie das Schwert Ferdinands, die Krone und das Zepter Isabellas oder beider Messbuch.

Östlich der Kathedrale sollte man der Corral del Carbón kurz Aufmerksamkeit schenken, wo die heutige Touristeninformation untergebracht ist, denn es ist die einzige erhaltene Karawanserei Spaniens, also eine ehemalige Unterkunft für durchziehende Karawanen. Etwas weiter gen Nordosten gelangt man zur Plaza Nueva, mit dem Gerichtshof von 1587 und der Renaissancekirche Santa Ana, wo der Río Darro in den Untergrund fließt und man sich abends in den Bars zum Plausch mit anderen trifft.

Hier beginnt auch die Carrera del Darro, eine der ältesten Straßen der Stadt. In ihrem Verlauf wechseln sich ebenfalls zahlreiche Restaurants und Bars ab, in denen man herrliche andalusische Abende verleben kann. Dabei kommt man zudem am Bañuelo, einem maurischen Bad aus dem 11. Jahrhundert vorbei, von dem immerhin noch 3 Baderäume sowie der Umkleideraum erhalten sind.

Von der Carrera del Darro zweigt schließlich die Cuesta del Chapiz ab, die hinauf in die kleinen Straßen des arabischen Viertels Albaicín führt, in dem man die maurische Vergangenheit in den malerischen Gassen noch nachvollziehen kann. Vom Platz vor der Kirche San Nicolás, hat man die wohl beste Aussicht auf die Alhambra, mit der Sierra Nevada im Hintergrund. Ein Ausblick, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, vor allem da das Schlendern durch das arabische Viertel wirklich ein einmaliges Erlebnis bietet, das man so in Spanien und Europa kein zweites Mal genießen kann.

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