Geschichte Spaniens

Mauretanier und Al-Andalus

Während im entfernten Damaskus eine Revolution stattfand, bei der die Dynastie der Abbasiden die Umayyaden in der Beanspruchung des Kalifats ablöste, flüchtete sich der letzte Sohn der Umayyaden, Abd-ar Rahman I., nach Spanien, wo er ein neues Reich, das Emirat von Córdoba mit Córdoba als Hauptstadt begründete. Die neuen Kalifen versuchten mehrfach diesen Herrscher zu besiegen und die Iberische Halbinsel unter ihre Kontrolle zu bringen, doch scheiterten sie in ihren Versuchen.


Auch ein Mann aus eigenen Reihen, ein Stadthalter Saragossas wollte Abd-ar Rahman I. abdanken sehen, weshalb er sich an Karl den Großen wandte, der im Frühjahr 778 tatsächlich über Pamplona und Saragossa bis Barcelona einmarschierte, wo er allerdings eine Niederlange erlitt. Danach folgten beiderseits der Pyrenäen immer wieder kurzzeitige Eroberungen von Mauretaniern und Franken, die jedoch selten von langer Dauer waren. So eroberte der Thronfolger Abd-ar Rahmans I., Hischam I. Altkastillen, Asturien und Gerona zurück.

Gegen 800 jedoch wandte sich ein Onkel Hischams I. erneut an Karl den Großen, um gegen Al-Andalus vorzugehen, der mit der Unterstützung von Karl dem Frommen und dem asturischen König Alfons II. tatsächlich erneut in die Schlacht zog. Unter anderem wurde im selben Jahr Barcelona belagert, das 803 kapitulierte und zur Markgrafschaft Gothiens wurde. Zwischen Karl dem Großen und dem aktuellen Herrscher von Al-Andalus Al-Hakam I. wurde nach diesem Sieg ein Waffenstillstand ausgehandelt, der tatsächlich gehalten wurde.

Diese Moschee, die heute als Kathedrale genutzt wird, ist mit hunderten Säulen-Doppelbögen, die aus Jaspis, Onix und Marmor bestehen geschmückt. Sie ist überdies die drittgrößte Moschee der Menschheitsgeschichte und die größte Moschee Europas. Zudem wurde Arabisch zur meistgesprochenen Sprache und viele Bewohner der Halbinsel traten in dieser Zeit zum Islam über.

852 übernahm nach seinem Tod sein Sohn Muhammad den Thron, der allerdings wesentlich härter gegen christliche Revolten vorging, genau wie sein Sohn Al-Mundir und dessen Nachfolger Abdallah, die beide 888 die Landesführung übernahmen. Erst nach ihnen, als 912 Abd-ar Rahman III. an die Macht kam, flauten Kämpfe, Morde und Verrate im Landesinneren ab, dafür erlebten die Kultur und Wissenschaft ihre absolute Blütezeit. Die Anzahl an Städten und der Einwohner war enorm, die Städte überdies reich verziert, schön angelegt und gepflegt. Gegen Córdoba mit seinen prachtvollen 600 Moscheen, zu denen auch die Mezquita zählte sowie den prunkvollen Palästen wie Alcázar, wetteiferten andere Städte um den Preis für Schönheit. Zum Beispiel auch Granada mit der berühmten Bergfestung Alhambra oder Sevilla und Toledo. 929 begründete Abd-ar Rahman III. schließlich das Kalifat von Córdoba, welches das Emirat von Córdoba ablöste.

Um das Jahr 1000 herum hatte das Kalifat seinen Höhepunkt erreicht. Als jedoch christliche Städte wie Barcelona geplündert und übernommen wurden, folgte bereits wenig später der langsame Untergang. Das Kalifat verfiel in einen Bürgerkrieg und das Land wurde in gut 20 verfeindete Emirate aufgesplittert. Zu allem Überfluss fiel das nordafrikanische Volk der Almoraviden von Marokko her ein und unterwarf Al-Andalus, bevor die nächste Herrschaftsdynastie Marokkos 1147 die nächste Eroberungswelle durchführte. Auch ihre Herrschaft wurde schließlich am 16. Juli 1212 beendet, in der entscheidenden Schlacht bei Las Navas de Tolosa, wo Christen die Muslime im Zuge der Reconquista vertrieben. Nur das Emirat von Granada blieb bis 1492 unter Besitz der Mauretanier.

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