Spanische Eroberung

Die Eroberung Teneriffas durch Lugo

Nach seiner Landung an der Stelle, an der sich heute der Hafen von Santa Cruz befindet, wollte Alonso de Lugo zunächst den Streit, der unter den verschiedenen Königen der Guanchen, den Menceys, herrschte für sich nutzen.


Er verbündete sich mit den Oberhäuptern der „Reinos de Paces“, den „Königreichen des Friedens“, und marschierte mit ihnen gen La Laguna, wo er auf einen der mächtigsten Herrscher der „Reinos de Guerra“, den „Königreichen des Krieges“, traf.

Er bat diesem Mencey namens Bencomo de Taoro seine Freundschaft an, im Gegenzug für die Unterwerfung unter die spanische Krone und den christlichen Glauben. Der Herrscher über das mächtigste Reich Teneriffas lehnte das Angebot jedoch ab, und führte die Reinos de Guerra gegen die Spanier in die Schlacht, die sie bei La Matanza zunächst gewannen. Doch 1496 kehrte Lugo zurück, mit verstärkten Kräften und unterwarf die Reinos de Guerra in Schlachten bei La Laguna und La Victoria endgültig.

Als symbolische Übernahme der Spanier über das Land der Guanchen, wurden die Menceys von Teneriffa zur Taufe gezwungen und erhielten spanische Namen. Der Sieger der Schlacht, Lugo, erhielt das Land und durfte es nach seinem Ermessen verteilen. So gingen große Teile Teneriffas an Vertraute von Lugo, sowie an Kaufleute, die die Kriegskosten getragen hatten.
Auch die Kirche, die mit ihren päpstlichen Bullen die Eroberung und Christianisierung von heidnischen Ländern erlaubt hatte, bekam große Teile an Land. Kleine Grundstücke gingen an Soldaten und Arbeiter, die übersiedelten.

Die gesamte Insel wurde nach der Eroberung umgekrempelt, wo die Guanchen bislang nur für den Eigenbedarf produziert hatten, wurde nun auf riesige Flächen auf die Monokultur Zuckerrohr umgestellt. Auf den Feldern mussten die Ureinwohner nebst Sklaven aus Afrika für ihre Grundherren arbeiten, die Spanier beginnen auf Teneriffa ihre Kolonie also genau wie in den neu gewonnenen Ländereien Amerikas.

Dieses Kolonialsystem funktionierte lange Zeit prächtig, doch wurde die Wirtschaft Teneriffas von dem jeweils Machthabenden in Spanien bestimmt, sodass mal hohe Zölle auf Exportierte Waren, mal auf Importwaren geschlagen wurden. So kam es dazu, dass hier allerlei Schmugglerbanden agierten und die Monokulturen stetem Wechsel unterlagen, je nachdem, was gerade gefragt war. Die günstige Lage als Zwischenstopp auf dem Weg nach Amerika und Südafrika wurde ebenfalls genutzt, nämlich von Piraten und Korsaren, die die reich beladenen Handelsschiffe mit Gold und kostbaren Waren einfach abfangen konnten.

Viele der Piraten-, Korsaren- und Kriegsschiffe stammten dabei von der britischen Marine. Die Engländer hatten einerseits das Weinmonopol auf Teneriffa inne und verdienten sehr gut mit dem Weinhandel, andererseits lag die britische Krone aber seit Ewigkeiten mit den Spaniern im Clinch. Immer wieder griff die britische Marine Teneriffa an, allerdings erfolglos. Zwar besiegte Francis Drake die spanische Armada, und Robert Blake die Silberschatzflotte bei Santa Cruz, doch Spanien behielt die Oberhand über die Kanaren.

Sogar der berühmte Admiral Nelson wurde vor seinem Sieg in Trafalgar mit einer bitteren Niederlage gegen Teneriffa gestraft. Bei dieser Schlacht verlor er seinen rechten Arm, durch einer Kanonenkugel aus „El Tigre“, die bis heute noch im Militärmuseum von Santa Cruz zu bewundern ist.

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