Der Bürgerkrieg und die Franco Diktatur auf Mallorca

Während des spanischen Bürgerkriegs war Mallorca in weiten Teilen für Franco eingestellt. Einige Mallorquiner, nicht zuletzt der bereits erwähnte Juan March, unterstützten Franco finanziell oder mit anderen Mitteln – man weiss heute, dass viele der militärischen Aktionen Francos durch die Gelder finanziert wurden, die Juan March während des Ersten Weltkriegs durch den Handel mit den kriegsführenden Nationen eingestrichen hatte.

Auf Mallorca kam es zwischen den Republikanern und Faschisten nur sehr kurz zu offenen Auseinandersetzungen, allerdings wurden diese erbittert und mit teilweise erheblichen Opfern bestritten. Somit ist Mallorcas Rolle während des Bürgerkriegs zwar nicht wirklich groß, aber dennoch keineswegs unwichtig.

Eine echte Nebenrolle hingegen spielt die Insel während des Zweiten Weltkriegs. Die offene Sympathie Francos für die deutsch-italienische Allianz bei gleichzeitig offizieller Neutralität Spaniens führte zu einer Sonderrolle, die den Deutschen im geheimen eine gewisse Unterstützung gewährte, ohne die offizielle Neutralität zu brechen. Mallorca wurde zum geheimen Anlaufpunkt angeschlagener deutscher Schiffe und Flugzeuge – allerdings ist die Wichtigkeit dieser Rolle nicht zu überschätzen, da die Vorfälle selten blieb und Unterstützung nur im Einzelfall gewährt wurde. Ansonsten blieb die Insel von kriegerischen Handlungen weitgehend unberührt.


 



Der spanische Bürgerkrieg endete mit dem Beginn der Franco-Diktatur. Ein Kennzeichen dieser Zeit war die strikte Ausrichtung von Gesellschaft und Staat auf die Zentralgewalt in Madrid, wie es nicht untypisch ist für Diktaturen. Regionale Interessen und Bestrebungen wurden unterdrückt, nicht zuletzt aus Angst, durch diese die politische Einheit des Landes (und damit die Unterstützung für Franco) zu gefährden.

Teil dieser Politik war auch die Unterdrückung regionaler Sprachtendenzen - dazu gehörte zum Beispiel das Verbot der vom Kastilischen (Castellano, der offiziellen Nationalsprache) abweichenden Regionalsprachen. Von dieser Entwicklung wurde Mallorca natürlich getroffen, da die viele verschiedenen kulturellen Einflüsse, denen dieses Land im Laufe der Zeit unterlegen hatte, natürlich auch sprachliche Spuren hinterlassen hatten. Für Mallorca bedeutete dies also die Eliminierung des Mallorquin, einer Abart des katalanischen Spanisch (Bereich um Barcelona).

Mallorquin war 1229 mit der Eroberung durch Jaume I. auf die Insel gekommen, hatte sich danach aber separat entwickelt und wich in manchen Punkten nicht nur im Detail vom Katalanischen ab. Im öffentlichen Leben wurde Mallorquin verboten, und der barcelonische Dialekt wurde zur Amtssprache erhaben. Diese Tendenz hatte für Mallorca erstaunlich weitreichende Folgen: da der entscheidende Aufschwung des Tourismus in den letzten 15 Jahren der Franco-Periode erfolgte, wurde Mallorcas eigenständige Sprache und die darauf basierende Kultur von den Besuchern kaum wahrgenommen. Man sprach spanisch, man gehörte zu Spanien – warum also vermuten, dass es sich nicht um eine spanische Insel handelte? Die Balearen erschienen auch sprachlich als ein integraler Teil Spaniens.

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