Demokratie Spanien

Mallorca das unabhängige Urlaubsparadis

Nach dem Tode Francos kam es zur Etablierung eines spanischen Demokratie. Zuerst herrschte die Sozialdemokratie vor, doch haben es die Konservativen bei der Wahl 1996 zum ersten Mal geschafft, eine eigene Regierung aufzustellen. Die besonders günstigen Bedingungen für die Investition fielen natürlich beim Ende der Diktatur weg, allerdings zeigte sich, dass das Regime unter Franco es auf Mallorca geschafft hatte, einen so starken Tourismus zu begünstigen, dass die Risikobereitschaft der Investoren auch in einer Demokratie wuchs.

Die Regierung hatte eine weitere Expansion des Tourismus zum Ziel, eine Entwicklung, die man auf jeden Fall auch während der Demokratie erhalten wollte – nicht zuletzt, weil sich dieser Wirtschaftszweig in Mallorca als sehr einträglich erwiesen hatte.
So wurde Mallorca nach 1975 auch zu einem der wichtigsten Urlaubsziele Spaniens, doch wurde die Balearen-Insel trotz der scheinbaren Zugehörigkeit zu Spanien noch einmal getrennt wahrgenommen – es war definitiv ein Unterschied, ob man Urlaub in Spanien oder auf Mallorca machte. Die früher unabhängige Insel wurde zum wichtigen touristischen Zugpferd.

Politisch gesehen entwickelte Spanien sich immer weiter in Richtung einer klassischen Demokratie in der Tradition einer Monarchie: Sozialdemokraten und Konservative konkurrierten um die Gunst der Wähler, während gleichzeitig die Verfassung einer konstitutionellen Monarchie weiterhin bestehen blieb. Das spanische Königshaus machte eine ähnliche Entwicklung durch wie viele anderen Monarchen – es wurde zur repräsentativen Einrichtung ohne wirkliche Staatsgewalt.


 



1983 erlangten die Balearen einen gewissen Autonomiestatus, indem Spanien seinen föderalistischen Charakter stärker ausprägte. Wie beim Verhältnis zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den verschiedenen Bundesländern waren in den Jahren zuvor die zentralistischen Tendenzen, die zu großen Teilen noch ein Relikt aus der Franco - Ära waren, bekämpft worden, so dass Spanien sich nun vielmehr als ein Verbund eigenständiger Provinzen sehen konnte.

Diese Entwicklung ist natürlich für die individuellen Regionen nicht nur politisch wünschenswert - offenbar wirkt dieser Umstand unter anderem als “Wiedergeburt” der insularen Kultur und Sprache. Mallorca hatte in den letzten zwanzig Jahren ausreichend Zeit, seinen eigenständigen Charakter gegenüber dem spanischen Festland wieder auszuprägen, was auch auf die Art des Tourismus nicht unerhebliche Auswirkungen hat. Die mallorquinische Mundart ist heute auf Mallorca vor dem hochspanischen Castellano offiziell erste Sprache und hat auch in den Amtsstuben das Spanische faktisch verdrängt, und auch an den Schulen wird verstärkt Mallorquin unterrichtet.

Für den Besucher bedeutet dies, dass er auf einem Mallorca-Urlaub nicht mehr hauptsächlich die Klischees eines sonnigen Meeresurlaubs erfüllt sieht, sondern dass er Mallorca mit Leichtigkeit als ein eigenständiges, charaktervolles und interessantes Land wahrnehmen kann, welches seinen Stellenwert als Urlaubsland neben Spanien leicht behaupten kann.

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