Cadiz Spanien
30. März, 2007 von Moderator
Cádiz - die alte Stadt lockt mit ihren lichtgetränkten Plätzen
Unweit von Sevilla, weiter im Süden an der Atlantikküste liegt die wohl älteste Stadt Spaniens und Europas: Cádiz. Auf einem aus dem Meer ragenden Muschelkalkfelsen am Ende einer 9 Kilometer langen Landzunge gelegen, wurde die Stadt als „Gadir“, was soviel wie „die Festung“ bedeutet, gegen 1 100 vor Christus von den Phöniziern gegründet. Hier lagerten sie Zinn und Silber, bis die Stadt erstmals 500 vor Christus von Karthagern eingenommen und später im Zweiten Punischen Krieg doch wieder an die Römer verloren wurde. Diese tauften die Hafenstadt in Julia Augusta Gaditana um und führten sie als wichtigen Hafen für die Verschiffung von Silber, Kupfer und Salz in ihre erste Blütezeit.
Selbst griechische Gelehrte kamen in die Stadt, um die Gezeiten des Meeres zu studieren und die weltberühmte Küche zu kosten. Doch zur Zeit der Mauren versank die Stadt „Dschezîrat Kádiz“ in der Bedeutungslosigkeit und kam erst wieder zu Ansehen, als nach der Entdeckung Amerikas die Silberflotte hier ankerte. Doch aufgrund der ständigen inländischen Kriege, der Piratenüberfälle und dem anschließenden Verlust der Kolonien war die zweite Glanzzeit der Stadt bald wieder vorüber und Cádiz wurde von der einstigen Metropole zur kleineren Stadt mit heute rund 160 000 Einwohnern.
Aufgrund der häufigen Zerstörungen durch Piraten und Kriege sind in Cádiz leider keine der ursprünglichen Gebäude erhalten geblieben und man wird vornehmlich Bauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert finden. Nur im archäologischen Museum mit seinen Ausgrabungen kann man noch Teile der phönizischen Nekropole sehen. Die Neustadt ist relativ unansehnlich und mit vielen Industriebauten überladen, doch hat man diese erst einmal hinter sich gelassen und tritt durch die Puerta de Tierra in die Altstadt, scheinen sich die Lobgesänge auf die „Sirene des Ozeans“ zu bewahrheiten, mit ihren Plätzen, die im klaren Licht silbern glänzen.
Am Hafen entlang führt die Promenade Avenida Ramón zum Mittelpunkt der Stadt, der Plaza de España, von der aus man am Besten zu Erkundungstouren der Stadt startet. Von ihr aus führen die beiden Uferpromenaden Alameda de Apodaca und Alameda del Marqués de Comilla weiter am Hafen entlang durch die Stadt. Dort trifft man im Weitergehen auf die Barockkirche Nuestra Señora del Carmen und den Parque Genovés, dessen Plattformen einen guten Ausblick über Cádiz bieten.
Die Straße Campo del Sur, die sich auf der südlichen Kaimauer entlang zieht, führt an den wichtigsten Kirchen der Stadt vorbei, so auch an Santa Catalina, einer Klosterkirche von 1639. In deren zugehörigem alten Kloster ist heute eine psychiatrische Anstalt untergebracht. Weitergehend gelangt man zur Catedral Nueva, einer dreischiffigen Kirche, die zwischen 1722 und 1838 errichtet wurde, mit gewaltigen Pfeilern und Bischofsgräbern im Inneren. Einen Besuch ist insbesondere das Kirchenmuseum wert, das den Kirchenschatz zeigt. Zu diesem Schatz gehört auch die „custodia del millón“, eine ungefähr 4 Meter hohe Silbermonstranz, die angeblich mit einer Million Edelsteinen besetzt ist.
Die Straße Calle del Sacramento zweigt ganz in der Nähe ab. Sie durchzieht die Altstadt diagonal und hat mit der 45 Meter hohen Torre Tavira den höchsten Punkt der Stadt inne. Von dieser Straße gelangt man in die Calle Santa Inés, in der das Museo Histórico Municipal die Geschichte der Stadt verdeutlicht und unter anderem ein bewundernswertes altes Stadtmodell aus Mahagoniholz und Elfenbein ausstellt. Etwas weiter über die Calle San José erreicht man das Museo de Cádiz, mit seiner archäologischen Abteilung, in der Ausgrabungsstücke der Phönizier, Karthager und Römer gezeigt werden.
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