Caceres Spanien
6. April, 2007 von Moderator
Ein weiteres Stück Weltkulturerbe - Cáceres
Nicht weit von der portugiesischen Grenze entfernt liegt die zum Weltkulturerbe erklärte Stadt Cáceres, deren Altstadt mit ihren mittelalterlichen maurischen und christlichen Bauten der Renaissance Zeugnis von der Besiedlungsgeschichte dieses Landesteils abliefert.
Ursprünglich hatte die Stadt sogar schon früher Bestand, sie war wohl eine iberische Besiedlung, bevor im 1. Jahrhundert nach Christus durch den römischen Konsul Caecilius Metellus hier die römische Kolonie „Norba Caesarina“ entstand. Nach Abzug der Römer, war die Siedlung unter der Herrschaft der Westgoten verlassen worden. Erst unter den Mauren wurde sie als Verteidigungsanlage und Ortschaft „Quazri“ erneut aufgebaut.
Von dieser Zeit, bevor Cáceres 1227 an León fiel, zeugt die noch heute erhaltene Stadtmauer aus dem Mittelalter, die die Mauren mit 12 Türmen und fünf Ausgangstoren erbauten. Diese Stadtmauer trennt heute die Altstadt vom neuen Stadtteil, der erst unter den Christen zu entstehen begann.
Für einen Stadtrundgang beginnt man am besten an der Plaza Mayor, die zwar noch außerhalb der Mauern liegt, aber durch den Arco de la Estrella von Churriguera mit ihr verbunden ist. Durch dieses prachtvolle Tor gelangt man auf der Avenida de la Estrella zu Plaza de Santa María, die von mehreren Adelshäusern aus dem 16. Jahrhundert begrenzt wird. Diese Adligen waren oftmals Großgrundbesitzer, die durch Verpachtung ihres Landes zu Reichtum gelangten und diesen durch Ausflüge in die neue Welt mehrten, beziehungsweise andere aussandten ihn durch Gold und Silber aufzustocken.
Doch nicht nur Profanbauten stehen hier, auch die dreischiffige Kirche Santa María la Mayor aus dem 16. Jahrhundert erhebt sich über den Platz. Über die Calle de las Tiendas gelangt man zum Turm Torre de los Espaderos mit seiner langen Pechnase, an dem links ein Weg vorbei zur Casa de los Toledo Moctezuma führt, in der der Enkel des Aztekenkönigs Moctezuma lebte. Geht man von hier aus zurück zur Plaza und geradeaus weiter, gelangt man zum Palacio de los Golfines de Abajo, einem Palast aus dem 15. Jahrhundert, in dem die Katholischen Könige des Öfteren residierten. Zudem ernannte sich hier Franco 1936 selbst zum „Generalissimo“.
Von hier aus geht es nun auf der Cuesta Campaña vorbei an der Kirche San Francisco aus dem 18. Jahrhundert zum höchsten Punkt der Stadt, der Plaza San Mateo mit der gleichnamigen Kirche aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche San Mateo wurde anstelle einer alten Moschee erbaut, die dafür abgerissen wurde. Auf diese Plaza folgt die Plaza las Veletas, wo einst gewaltige Türme der Patriziergeschlechter um Aufmerksamkeit buhlten bis die Türme unter Isabella der Katholischen abgetragen werden mussten. Vom Casa de las Cigüeñas, dem Haus der Störche im Florentiner Renaissancestil ist jedoch noch alles erhalten, da er als einziger der Geschlechtertürme nicht dem Abriss zum Opfer fiel. Gegenüber dieses Turms stand einst der maurische Alcázar, von dem allerdings nur noch ein Zisternenbrunnen erhalten ist. Heute findet man an seiner Stelle das Museo Provincial.
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