World Retail Banking Report: nur in Spanien zahlen Kunden weniger

Im Gegensatz zu allen anderen Ländern haben die Banken für ihre Dienstleistungen in Spanien wesentlich weniger verlangt. Rechnet man das Verhalten der spanischen Banken raus, so ergibt sich insgesamt ein Anstieg der Kosten für Bankdienstleistungen von 1,9 Prozent. Laut Untersuchung sind mit Spanien die durchschnittlichen jährlichen Kosten für alltägliche Bankdienstleistungen eines aktiven Kunden in der Euro-Zone im Jahresverlauf um 1,8 Prozent auf nun 72 Euro gesunken.

So aber verzerren die massive Preissenkungen in Spanien (minus 31 Prozent) die Statistiken. Im weltweiten Mittel zahlen die Kunden 77 Euro, wobei die Preise in Asien um 2,9 Prozent stiegen (44 Euro), in der Nicht-Euro-Zone um 1,3 Prozent höher als im Vorjahr lagen (84 Euro) und in Nordamerika gleich blieben (72 Euro). Diese ist das Ergebnis des vierten World Retail Banking Reports der Unternehmensberatung Capgemini gemeinsam mit der ING Bank und EFMA (European Management and Marketing Association).

Bereits im Vorfeld des einheitlichen Zahlungsverkehrsraums (Single Euro Payments Area - SEPA) hat die voranschreitende europäische Integration zu einer Preisreduktion für elektronische Zahlungsverkehrsprodukte geführt. Die Einwohner der Euro-Zone zahlen im Jahr 2007, die identisch ist mit der SEPA-Zone, im Durchschnitt 45 Euro für die Inanspruchnahme von bargeldlosen Zahlungsmitteln wie Kreditkarte, Debitkarte oder Überweisung. Im vergangenen Jahr betrug dieser Anteil noch 47 Euro. Auch verzerrt das massiv gesunkene Preisniveau in Spanien erneut die Statistik: “Die SEPA wirft ihren Schatten voraus und die Banken versuchen ihre Kunden durch geeignete Preisangebote vom teuren Bargeld abzubringen”, so von Poser.



 


Die Preistreiber in der Euro-Zone waren in erster Linie die erhöhten Gebühren für Schaltertransaktionen, so beispielsweise sieben Prozent mehr Kosten für Bareinzahlungen oder acht Prozent mehr für Barabhebungen am Schalter. “Immer deutlicher versuchen die Banken das Kundenverhalten über Preise zu steuern. Die Kontoinhaber sollen verstärkt das Selbstbedienungsterminal oder Online-Banking nutzen und die persönliche Beratung in der Filiale nur für höherwertige Dienstleistungen in Anspruch nehmen”, so Dr. Hubertus von Poser, Principal bei Capgemini Consulting. Der Großteil der Kosten mit rund 60 Prozent besteht für deutsche Bankkunden insgesamt aus den Kontoführungsgebühren. Nur in Italien ist dieser Anteil höher. Dafür nimmt der reine Zahlungsverkehr hierzulande im internationalen Vergleich eine kleine Position ein.

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