Alhambra Granada
13. Februar, 2007 von Moderator
Andalusien beherbergt einige atemberaubende maurische Bauwerke
Der gewaltigen Komplex aus Burgen, Schlössern und Lustgärten, der über Granada thront ist schon von Weitem zu erkennen und man erreicht ihn entweder mit dem Auto, das auf dem Massenparkplatz davor abgestellt werden kann oder sehr viel bequemer mit dem Alhambra-Bus, der von der Plaza Isabel la Católica abfährt.
Um zur Alhambra zu gelangen, schreitet oder fährt man zunächst durch die Puerta de las Granadas, die in den Alhambrapark führt. Dieser zieht sich die Abhänge zwischen der Alhambrahöhe und dem Monte Mauror hinauf. Auf dem weiteren Weg sieht man schon die Puerta de la Justicia, das alte Eingangstor der Alhambra und nur wenige Meter weiter gelangt man zum heutigen Eingang.
Erstes Ziel dürfte zumeist der Nasridenpalast, der Palacio Nazariés sein, der bereits unter Jusûf I. 1333 begonnen, aber erst unter Mohammed V. bis 1391 vollendet wurde. Den Namen bekam die Alhambra dank ihres rot schimmernden Baumaterials, nachdem Medinat al-hambrá nichts anderes als „rote Stadt“ bedeutet. Äußerlich wirken die Bauten sehr unscheinbar, wie alle maurischen Profanbauten, dafür sind das Innere und vor allem die Innenhöfe umso reicher verziert und markieren den Höhepunkt der maurischen Kunst.
Die Aufteilung des Palastes ist ein gutes Beispiel islamischer Paläste im Allgemeinen, denn insgesamt gliedert man den Palast in drei Bereiche. Einen der für die Öffentlichkeit zugänglich war, einer der nur für den König oder dessen Frauen war. Der Audienz- und Gerichtssaal war der Mexuar, der nach der Reconquista als Kapelle genutzt wurde. Der eigentliche Königspalast hieß Diwán und die Frauengemächer waren im Harim oder Harem genannten Teil untergebracht. Alle Räume münden üblicherweise in einen Hof, von denen der des Königspalastes, in diesem Fall der Myrtenhof, ein größeres Wasserbecken enthielt, während der des Harems mit einem Springbrunnen versehen war.
Der Patio del Mexuar führt zum Patio de los Arrayanes, den Myrtenhof des Königspalastes, dessen Namen vom mit Myrten eingefassten Teich in der Mitte her rührt. Hier erhebt sich gut sichtbar der 45 Meter hohe Torre de Comares, in dem der Gesandtensaal Sala de los Embajadores untergebracht ist. Er misst stolze 18 Meter Höhe und mit seinen über 150 Schmuckmotiven ist er sicher einer der schönsten und am reichsten verzierten Räume der Alhambra. Vom Myrtenhof gelangt man durch die Sala de los Mozárabes in den prunkvollen Patio de los Leones, der Hof des Harems mit seinem marmornen Löwenbrunnen, der von überaus grazilen 124 Säulen umstanden ist. Diese sind allesamt mit fein gearbeiteten Arkadenbögen überspannt, die unweigerlich einen Hauch von Orient verbreiten.
Über die Nordseite des wunderschönen Hofes gelangt man in den Saal der zwei Schwestern, die Sala de las Dos Hermanas, eines der ehemaligen Frauenzimmer, dessen Stuck- und Kachelschmuck eine der wundervollsten Attraktionen der Alhambra bilden. Überdies ist das Gewölbe des Saals mit seinen 5.000 Hohlkehlen das wohl größte arabische Stalaktitengewölbe. Über die Ostseite des Löwenhofes gelangt man hingegen in die Sala de los Reyes, den siebenteiligen Saal der Könige, der ebenfalls von hohen Stalaktitengewölbekuppeln überdacht ist und mit seinen Darstellungen höfischer Szenen an den Wänden eine echte Besonderheit darstellt, da der Islam bildliche Darstellungen eigentlich verbietet.
An der Südseite des Löwenhofes schließt die Sala de los Abencerrajes an, benannt nach dem Geschlecht der Abencerrajes, die hier im Saal mit dem zwölfeckigen Marmorbrunnen prächtige Feste feierten. Verlässt man die Palastgebäude gelangt man zum Patio de Lindaraja, dem ehemaligen inneren Schlossgarten mit seinen vielen schattenspendenden Zypressen und Orangenbäumen. An seiner Südseite kann man die vielen Bäder der maurischen Erbauer bewundern, bevor man den Palastbereich in die Jardines del Partal verlässt gen Palacio de Carlos V.
1 Kommentar zu “Alhambra Granada”
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Die Alhambra ist wahrlich ein Meisterwerk und gehört zu den Sehenswürdigkeiten in Spanien die man gesehen haben muss.
Allerdings muss man für diesen Anblick einiges auf sich nehmen: Ungefähr zwei bis vier Stunden in einer nicht enden wollenden Touristenschlange stehen und das am besten noch in der prallen Sonne bei 40 Grad. Erst, falls man dies ohne Hitzschlag überlebt hat, steht einem der Weg ins “Paradies” offen.